Der Herr ist wahrhaftig auferstanden – Ostern

An Ostern erinnern sich die Christen daran, dass Jesus den Tod überwunden hat.

Der Herr ist wahrhaftig auferstanden … (und dem Simon erschienen)!“ (Ostergruß nach Lk. 24,34)

Nach Auskunft aller Evangelien ist Jesu Auferweckung exklusive Tat Gottes. Nach dem wohl frühesten christlichen Glaubensbekenntnis wurde Jesus am „dritten Tag gemäß der Schrift“ von den Toten erweckt (1. Korinther 15,3–6): „Christus ist gestorben für unsre Sünden nach der Schrift; er wurde begraben und ist am dritten Tage nach der Schrift auferstanden. Er wurde gesehen von Kephas (Petrus), danach von den Zwölfen, dann von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal.“

Das leere Grab wurde am „ersten Tag der Woche“ (=Sonntag) entdeckt (Markus 16,2; Matthäus 28,1; Lukas 24,1; Johannes 20,1). An diesem Tag erschien Jesus den Frauen und Jüngern (Lukas 24,21). Der Auferstehungstag folgte nach den Evangelien auf den Schabbat nach Jesu Kreuzigung, die an einem Rüsttag zum Schabbat und Pessachfest stattfand. Die Nachfolger von Jesus zählten als Juden den Tag von Anbruch des Abends bis zum nächsten Abend. Dabei werden nur teilweise betroffene Zeitabschnitte als ganze Einheit mitgerechnet.

Jesus kündete in Matthäus 12,40 an: „Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein.“ (Erste Nacht im Gefängnis, erster Tag Kreuzigung und Grablegung, zweite Nacht und Tag im Grab, dritte Nacht und ein Teil vom dritten Tag im Grab).

Ostern gehört zu den beweglichen Festen, deren Kalenderdatum jedes Jahr variiert. In der Westkirche fällt Ostern immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, also frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April. Alle übrigen beweglichen christlichen Feste werden vom Ostersonntag aus berechnet.

Die Ostkirchen (mit Ausnahme der Finnisch-Orthodoxen Kirche und der Ostsyrischen Kirche) nahmen den gregorianischen Kalender zur Berechnung der beweglichen Feste nicht an, so dass der Ostertermin der westlichen Christenheit von dem der orthodoxen und altorientalischen Kirchen um bis zu fünf Wochen voneinander abweichen kann.

Mit dem Ostersonntag beginnt die österliche Freudenzeit („Osterzeit“), die fünfzig Tage bis einschließlich Pfingsten dauert.

Der Begriff Ostern (ôstarun) verdrängte im deutschsprachigen Raum mit der Zeit den Begriff pāsche (Passah) in angelsächsischer Anlehnung. Das neuhochdeutsche Ostern und das englische Easter haben die gleiche sprachliche Wurzel. Der Wortstamm ist mit dem altgriechischen Namen der vergöttlichten Morgenröte Ēōs und dem lateinischen aurora „Morgenröte“ verwandt, die ihrerseits weitere Sprachen beeinflusst haben. Wegen der Entdeckung des leeren Grabes Jesu „früh am Morgen, als eben die Sonne aufging“ (Markus 16,2) ist die Morgenröte im Christentum Symbol der Auferstehung.

Honorius Augustodunensis (12. Jh.) leitete Ostern von Osten (vgl. engl. easter und east) ab, der Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs. Viele neue Christen ließen sich damals „bei Sonnenaufgang“ am Ostermorgen – althochdeutsch zu den ostarun – taufen.

Osterei und Osterhase sind als Fruchtbarkeitssymbole im deutschen Sprachraum erst seit dem 17. Jahrhundert belegt.

Ein Hase als Ostersymbol wurde erstmals Ende des 17. Jahrhunderts im Zusammenhang mit Ostern erwähnt. Es gibt mehrere Vermutungen, wieso der Hase ein wichtiger Teil von Ostern geworden ist. Hasen schlafen mit offenen Augen, was als Symbol für Christus, der von den Toten auferstanden ist, gesehen werden kann. Für andere ist wiederum der Gründonnerstag für die Verbindung zu Ostern verantwortlich, denn dann hatten Schuldner eine Jahressteuer an die Gläubiger zu zahlen. Meistens wurden diese mit (Antlass-)Eiern oder Hasen getilgt. Die klassische Annahme basiert jedoch auf der Fruchtbarkeit des Tieres, denn Hasen bekommen schon relativ zeitig im Frühjahr Junge. Deshalb wurden sie wahrscheinlich zum Symbol der Fruchtbarkeit und stehen für die Auferstehung.

In deutschsprachigen Ländern und den Niederlanden suchen die Kinder bunt bemalte versteckte Hühnereier und Süßigkeiten, die vom „Osterhasen“ versteckt wurden. Es gibt auch den Brauch, Zweige in Vasen oder auf Bäumen im Garten mit bunt bemalten Ostereiern zu schmücken. Als Ostergebäck gibt es einen Kuchen in Hasen- oder Lammform. Bräuche zum Osterei sind das Ostereiertitschen, Ostereierschieben, Ostereierwerfen und Eierschibbeln.

Die Idee, die Eier zu färben, stammt aus dem Mittelalter: Um die Bedeutsamkeit der Eier hervorzuheben, wurden sie rot eingefärbt. Die rote Farbe soll dabei das vergossene Blut Jesu Christi darstellen. Erst später wurden auch andere Farben wie grün, blau, orange etc. verwendet.

Jedes Jahr versammeln sich tausende Christen vor der Grabeskirche in Jerusalem, um an der Osterfeier-Zeremonie (2017: 16. April nach Julianischem Kalender) teilzunehmen. Diese Feier gilt für viele als Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten. Bei der Zeremonie wird die Flamme der Auferstehung aus der Grabkammer Jesu geholt. Diese Flamme soll sich – wie durch ein Wunder – jedes Jahr von selbst entzünden. Das Feuer wird anschließend an die Gläubigen weitergegeben. Einige Länder entsenden (Kirchen-)Vertreter, um das Osterlicht auch in die Heimat zu bringen.

Osterfeuer sollen an die Auferstehung von Jesus erinnern. Mit dem geweihten Osterfeuer wird auch die Osterkerze entzünden.

 

 

Am Gründonnerstag verstummt das Glockenläuten – man sagt, “die Glocken fliegen nach Rom” und kehren erst in der Osternacht wieder zurück. Ihr Schweigen soll die Grabesruhe von Jesus symbolisieren.

Der Segen „Urbi et Orbi“ gehört nicht nur zu den bekanntesten Ritualen der römisch-katholischen Kirchen, er ist gleichzeitig auch eines der bedeutsamsten. Schließlich wird den Gläubigen nach katholischer Auffassung ein vollkommener Ablass der Sündenstrafen gewährt. Als die römisch-katholische Kirche das Ritual im 13. Jahrhundert einführte, galt er nur denen, die physisch auf dem Vorplatz des Petersdomes im Vatikan anwesend sein konnten, wo der Papst auch heute alljährlich den Ostersegen in mehr als 60 Sprachen spricht. Dank Radio, Fernsehen und Internet ist es heutzutage aber nicht mehr nötig, nach Rom zu pilgern. Es genügt, den Ostersegen zu hören oder zu sehen. Allerdings werden nicht alle begangenen religiösen Sünden vergeben, sondern lediglich die Bestrafung dafür erlassen (Genugtuung, „sakramentale Buße“ und Ablass gibt es nur im katholischen Glauben). Das „Urbi et Orbi“ ist kein reiner Ostersegen. Er wird auch zu Weihnachten am 25. Dezember sowie nach einer Papstwahl ausgesprochen.

Am Ostermontag machte man früher oft Flurbegehungen (auch “Emmausgehen”), also Wanderungen mit der Familie, Freunden oder alleine. In Anlehnung an das Lukas-Evangelium ist der Begriff “Emmausgang” eine volkstümliche Bezeichnung für einen Osterspaziergang.

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