Der Dschihadist konnte mich nicht köpfen

Abuna Nirwan ist ein aus dem Irak stammender Franziskaner. Im Jahr 2007 arbeitete er schon drei Jahre im Heiligen Land und wollte von dort aus seiner Familie im Irak einen Besuch abstatteten. In Jordanien bestieg er ein Taxi. Er berichtet:

Damals war es nicht möglich, meine Familie mit dem Flugzeug zu besuchen. Das war verboten. Als Transportmittel kam daher nur das Auto in Frage. Meine Absicht war es, Bagdad zu erreichen und von dort nach Mossul zu gelangen, wo meine Eltern lebten.
Der Fahrer war verängstigt wegen der Lage, die im Irak herrschte. Eine Familie – Vater und Mutter mit einem zwei Jahre alten Mädchen – hatten gefragt, ob sie mitfahren könnten. Der Taxifahrer sagte mir, sie hätten ihn darum gebeten. Ich hatte nichts dagegen einzuwenden. Es waren Muslime. Der Fahrer war Christ. Er sagte ihnen, dass im Taxi Platz ist, und sie mitfahren können. Wir haben an einer Tankstelle gehalten, wo ein anderer junger Muslim fragte, ob er nach Mossul mitfahren könne. Da noch Platz war, haben wir auch ihn mitgenommen.

Die Grenze zwischen Jordanien und dem Irak war bis zum Morgen geschlossen. Als die Sonne aufging, öffnete sich der Schlagbaum und an die 50 oder 60 Fahrzeuge setzten sich hintereinander langsam in Bewegung. Wir setzten unsere Reise fort. Nach mehr als einer Stunde kamen wir an einen Kontrollpunkt. Wir legten unsere Reisepässe bereit und hielten an. Der Fahrer sagte: ‚Ich habe Angst vor dieser Gruppe‘. Es handelte sich um einen Militärkontrollposten. Wie sich aber herausstellte, hatte eine islamische Terrororganisation die Soldaten getötet und die Kontrolle über den Posten übernommen.

Als wir beim Check Point waren, wurden unsere Pässe kontrolliert, während wir im Auto blieben. Dann gingen sie mit den Pässen weg. Eine Person kam wieder und sagte zu mir: ‚Pater, wir setzen die Überprüfung fort. Sie können ins Büro kommen.‘ ‚Nun gut‘, sagte ich, ‚wenn wir kommen sollen, dann kommen wir.‘ Wir sind dann alle eine Viertelstunde zu Fuß gegangen, bis wir zu einer Baracke kamen, die man uns angewiesen hatte.

Dort angekommen, kamen zwei Männer mit vermummtem Gesicht heraus. Einer hatte eine Videokamera in einer Hand und ein Messer in der anderen. Der andere hielt einen Koran in der Hand. Sie kamen auf uns zu, und einer fragte mich: ‚Pater, woher kommst Du?‘ Ich sagte, aus Jordanien. Dann wiederholte er die Frage an den Fahrer. Schließlich drehte er sich zum jungen Mann, der mit uns reiste, packte ihn von hinten und tötete ihn mit dem Messer. Wir waren wie erstarrt. Sie fesselten mir die Hände und sagten zu mir: ‚Vater, wir zeichnen alles auf für Al Jazeera. Willst Du etwas sagen? Aber nicht länger als eine Minute‘. Ich sagte: „Nein, ich möchte nur beten“. Sie ließen mich eine Minute beten.

Dann drückte mich der Mann zu Boden bis ich vor ihm auf die Knie fiel und sagte: „Du bist ein Priester. Es ist verboten, dass Dein Blut auf die Erde fällt, das wäre ein Sakrileg.“ Er holte einen Kübel und kam, um mir die Kehle durchzuschneiden. Ich weiß nicht mehr, welche Gebete ich in diesem Augenblick gebetet habe. Ich hatte große Angst. Dann sagte ich: ‚Wenn es so sein soll, dass der Herr mich fortnimmt, dann bin ich bereit. Wenn dem aber nicht so ist, bitte ich Dich, dass auch niemand anderer stirbt.“

Der Mann packte meinen Kopf und führte mit der anderen Hand sein Messer heran. Dann geschah nichts. Nach einem Augenblick der Stille sagte er: ‚Wer bist Du?‘ Ich antwortete:  ‚Ein Ordensbruder‘. Darauf sagte er: ‚Und warum gelingt es mir nicht, das Messer anzusetzen? Wer bist Du?‘

Ohne dass ich antworten konnte, ließ er von mir ab und sagte: ‚Pater, Du und alle anderen, kehrt zum Auto zurück.‘ Das haben wir dann auch getan und konnten die Fahrt fortsetzen.

Seit diesem Augenblick habe ich aufgehört, Angst vor dem Tod zu haben. Ich weiß, dass ich eines Tages sterben werde, aber nun ist mir wirklich bewusst, dass das dann sein wird, wenn Gott es will. Seither habe ich keine Angst mehr, vor nichts und niemand. Was mir geschieht, wird nach dem Willen Gottes geschehen. Er wird mir die Kraft geben, Sein Kreuz zu nehmen. Was zählt, ist der Glaube. Gott nimmt sich derer an, die an Ihn glauben.“   mehr Informationen

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