Das Scheitern der Islamischen Kultur

Der Politologe Hamed Abdel-Samad sagte im Deutschlandfunk:

Vor den Christen sind schon die orientalischen Juden fast alle vertrieben worden. Diese gewaltsamen Prozesse sind ein Ausdruck eines Scheiterns der Islamischen Kultur. Sie erweise sich als eine Kultur, die nicht aufnahmefähig ist für andere Glaubens- und Denkrichtungen. Letztlich schadet sich die islamische Welt damit selbst. Es sei eine traurige Wirklichkeit, dass die 2000-jährige Geschichte des orientalischen Christentums gerade zu Ende gehe. Die Christenverfolgungen geht letztlich auf den Propheten Mohammed zurück.

Die ISIS-Milizen haben einen „Reinigungswahn„, der sich auch gegen islamische Kultstätten richte. Dieser Wahn geht wie die Vertreibung der Christen und Juden von der arabischen Halbinsel letztlich auf den Propheten Mohammed zurück.

 

Ein Islamist versucht alles, was nicht islamisch ist, zu zerstören. Dazu gehören die Vertreibung von Christen, die Zerstörung von heiligen Stätten, Grabstätten. Es hat eine lange Tradition im Islam. Im 18. Jahrhundert hatten wir den Wahhabismus, der seine Existenz damit begründet hat, den Islam zu reinigen von allem, was unislamisch ist, und es begann damals mit der Zerstörung von Moscheen, Grabstätten oder Suffi-Mausoleen. Das geht auch zurück zur Zeit des Propheten Mohammed selbst, der diese Philosophie der Reinigung auf der arabischen Halbinsel begonnen hat, indem er sagte, ich werde die Juden und die Christen und die Polytheisten aus der arabischen Halbinsel vertreiben, so dass nur Muslime darin wohnen können.

Schon kurz nach dem Tod von Mohammed, haben Muslime gegen Muslime in Mekka gekämpft und die Kaaba in Trümmern zerstört, weil die eine Gruppe meinte, die wahre Version des Islams zu vertreten. Es gab viele Bürgerkriege, nicht nur zwischen Sunniten und Schiiten, sondern auch innerhalb der sunnitischen Gruppen, weil jede Gruppe sich für die auserwählte Gruppe hielt.

Natürlich gab’s Schutz für Leute des Buches, Christen und Juden, aber die Gegenleistung war Sondersteuer, Kopfsteuer und natürlich Demut. Sie durften keine neue Kirchen bauen, sie durften keine alten Kirchen restaurieren, sie durften keine Pferde reiten, Bibel und Kreuze nicht zeigen, und sie mussten sich sogar durch bestimmte Kleidung und Haarschnitte erkenntlich machen. Und deshalb ist auch diese Bezeichnung der christlichen in Mossul keine Neuigkeit im Islam, sondern eine lange Tradition.

Nachdem die orientalischen Juden alle vertrieben worden sind, sind jetzt die orientalischen Christen dran. Das ist ein Ausdruck des Scheiterns der islamischen Kultur, die nicht aufnahmefähig ist für Minderheiten und andere Glaubens- und Denkrichtungen.

Nachdem die orientalischen Juden die arabische Welt verlassen haben, verlor die arabische Welt viel Kultur und Musik und Kunst, die ja von den orientalischen Juden initiiert wurde, und das gilt genau auch für die orientalischen Christen.

Wenn Muslime Grabstätten entweihen oder zerstören, wenn Muslime andere Muslime töten oder sogar enthaupten, fällt die Empörung aus. Aber wenn das vonseiten der USA oder Israel oder aus dem Westen, dann ist die Empörung groß.

Auszüge aus einem Interview / mehr Informationen

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