Das Markenzeichen des himmlischen Vaters

Jesus wendet sich in der Bergpredigt gegen Spitzfindigkeit. Er kritisiert die rabbinischen Schwur-Skalen (Matthäus 5,34-36). Je nachdem zu was man schwörte, meinte man es weniger ernst (vgl. Matthäus 23,16.18). Aus unserem Mund soll nur das herauskommen, was wir wirklich meinen. Paulus schreibt den Ephesern (Epheser 5,4): „Genauso wenig ist Platz für Klatsch, Sticheleien und zweideutiges Gerede.“ Damit ist Humor nicht ausgeschlossen, doch Humor bedeutet, dass man über sich selbst lachen kann und nicht, dass man sich über andere lustig macht.

Jesus fordert auf, aus dem System der Rache auszusteigen. Mit „Auge um Auge“ ist im ursprünglichen Sinn eigentlich gemeint: Wenn durch mich jemand sein Auge verloren hat, dann soll ich ihm Auge sein. Jesus möchte, dass wir das System der Selbstjustiz und der bitteren Grabenkämpfe durchbrechen, indem wir kreative Wege gehen, damit der andere zur Einsicht kommen kann. Schon Salomo sagte (Sprüche 20,22): „Nimm dir nicht vor, Unrecht heimzuzahlen! Vertraue dem Herrn, denn er wird dir zum Recht verhelfen!“ Das wiederum bedeutet aber nicht, dass wir einfach „Schwamm drüber“ sagen und Unrecht unter den Teppich kehren. Jesaja sagte: „Lernt wieder, Gutes zu tun! Sorgt für Recht und Gerechtigkeit, tretet den Gewalttätern entgegen, und schafft den Waisen und Witwen Recht!“ (Jesaja 1,17)

Denn das Markenzeichen des himmlischen Vaters ist die Liebe für jeden, auch wenn dieser ihm gegenüber noch feindlich gesinnt ist (Matthäus 5,43-48). Die Feindesliebe behandelt den Feind mit Respekt und verschließt ihm nicht die Tür zur Versöhnung. Paulus schreibt: „Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind“ (Römer 5,10). Feindesliebe wirbt für Einsicht, Umkehr und Versöhnung.

Das ist ein Impuls aus unseren Entdeckungen (Matthäus 5,33-48) in einer ergebnisoffenen Bibelstudiengruppe. Wir sind auch offen für neue Teilnehmer im Linthgebiet (siehe Inspirierendes Bibelstudium). Gern gestalte ich auch Bibeltage an anderen Orten.

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