Das Gütesiegel Unesco ist unappetitlich geworden

Aus der Kolumne von Andreas Kunz in der Sonntagszeitung

Das Aufsehen war groß, als die USA und Israel am letzten Donnerstag 12.10.17 aus der Unesco ihren Austritt bekannt gaben.

Die Zahl der Resolutionen, die der Unesco-Vorstand von 2009 bis 2014 verabschiedete, ist aufschlussreich: 46 Mal verurteilte die Organisation Israel eine einzige Resolution richtete sich gegen das Bürgerkrieg führende Syrien. Und ein Total von 0 Resolutionen verabschiedete die Unesco in der gleichen Zeit gegen Nordkorea, den Iran, Sudan oder irgendein anderes Land.

Die Unesco beschränkte sich bei ihren Beschlüssen längst nicht nur auf die offizielle Aufnahme Palästinas, die 2011 bereits zur Aussetzung der amerikanischen Zahlungen geführt hatte. Diesen Sommer zum Beispiel diskreditierte sie ­Israel als «Besatzungsmacht» und aberkannte dem Land jeglichen rechtlichen oder historischen Anspruch auf seine Hauptstadt Jerusalem. Ein Jahr zuvor hatte die Unesco entschieden, den Tempelberg und die Klagemauer ausschließlich mit deren muslimischen Namen zu benennen – obwohl beide auch zu den heiligsten Stätten des Judentums gehören.

Die Unesco unterstützte mit ihrem erlauchten Namen sogar ein arabisches Projekt, das offiziell die «Entjudaisierung» Jerusalems forderte. Das war für einmal sogar dem damaligen UNO-Chef Ban Ki-moon zu viel, der sich zu einer öffentlichen Distanzierung veranlasst sah.

Keine Reaktion zeigten sowohl Ban wie auch die Unesco hingegen, als die Palästinenser in Gaza mit Bulldozern die biblische Hafenstadt Anthedon zerstörten – ein Weltkulturerbe der Unesco.

Angesichts ihrer Beschlüsse käme es einer Verharmlosung gleich, bei der Unesco «anti-israelische Tendenzen» zu orten.

Die politische Tollheit der Unesco beschränkt sich allerdings nicht auf Israel. Sie wählte Syrien in ihren Menschenrechtsrat, während Assad Aleppo bombardierte, oder sie ehrte afrikanische Diktatoren und Völkermörder aus dem Sudan oder Äquatorialguinea. Die gruslige Liste ließe sich schier endlos fortsetzen. Und man fragt sich, warum eigentlich erst die USA und Israel aus diesem Verein ausge­treten sind.   mehr Informationen

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