Das Geheimnis um die Philister

Viele Geheimnisse um das biblische Volk vom Riesen Goliath können nun aufgeklärt werden: Altertumsforscher haben im Süden Israels erstmals einen Friedhof der Philister ausgegraben.

Die Entdeckung des Philister-Friedhofs in der Hafenstadt Aschkelon  bildet die Krönung einer 30 Jahre währenden Grabung. Denn das sagenumwobene Volk hinterließ zahlreiche bislang unbeantwortete Fragen nach seinem Ursprung und seiner Lebensweise, als seine Kultur vor 2600 Jahren vom Heer des Babylonier-Königs Nebukadnezar ausgelöscht wurde.

„Dieser Friedhof mit 145 kompletten Skeletten ermöglicht endlich, die Philister von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen“, erklärt begeistert der US-Archäologe Daniel Master. „Wir hoffen, nun nicht nur ihre Bestattungskultur zu verstehen, sondern in den Knochen auch Aufschlüsse darüber zu finden, wie sie lebten, sie quasi wieder zum Leben zu erwecken“, sagt Master. Die Skelettfunde werden gegenwärtig DNA-Analysen unterzogen, ihr Radiokarbonalter wird bestimmt. Auch neue Erkenntnisse über die Herkunft des Seefahrervolks erhoffen sich die Forscher.

Das „See-Volk“ wie die Philister zur Unterscheidung von ihren zeitgenössischen Küstennachbarn, den Kanaanitern, auch genannt wurden, stammte ursprünglich aus dem mykenischen Kulturkreis in der Ägäis. Darauf lassen die rot und schwarz verzierten Tonwaren schließen.

„Sicher ist aber bisher nur, dass sie Fremde im semitischen Siedlungsgebiet waren, wo sie von 1200 bis 600 vor Christus im Küstengebiet zwischen Gaza und dem heutigen Tel Aviv lebten“, erläutert Master. Die Sprache des Händlervolks gehörte zur indoeuropäischen Familie.

In einem Feldlabor nahe des Grabungshügels in Aschkelon erklärt die Anthropologin Sherry Fox, was ihr die Skelette verraten: „An den Zähnen sehe ich, dass sie kein leichtes Leben hatten. Wachstumsstörungen verweisen auf Fieberanfälle oder Mangelernährung in der Kindheit.“

Die Knochen lassen demnach auf harte körperliche Arbeit   schließen, wobei auch „die Zähne als Werkzeuge genutzt wurden, vielleicht beim Weben“. Die Skelette weisen im Übrigen auf eine „durchschnittliche Körpergröße“ der Philister hin, sagt Fox. Der großwüchsige Goliath scheint also eine Ausnahme gewesen zu sein.  mehr Informationen

Schon 2007  wurde der folgende Film veröffentlicht (Terra X 87 Der Riese Goliath – auf den Spuren der Seevölker/ ZDF), der auch zum Schluss kommt, dass die Philister aus der Gegend von Kreta stammen müssen und die Welt von damals veränderten.  Sie bedrängten den mächtigen Pharao Ramses III., beschleunigten den Untergang des legendären Hethiterreiches und könnten auch in die Kämpfe um Troja 6 verstrickt gewesen sein.

Nachdem die Seevölker die Schlacht gegen Ramses III. verloren hatten, siedelte er sie in Kanaan an. Sie erhielten von ihm jedes Jahr Kleider und Korn. Damit hält er sie vom Nilland fern und gleichtzeitig unter Kontrolle. Sie sichern die Nordgrenze des Pharaonen-Reiches.

Die Bibel schreibt: Amos 9,7  Habe ich nicht Israel aus dem Land Ägypten heraufgeführt und die Philister aus Kaftor und Aram aus Kir?

Jeremia 47,4: Denn der HERR vernichtet die Philister, den Rest, der von der Insel Kaftor gekommen ist.

Kaftor ist die alttestamentliche Bezeichnung der Region Kreta.

Die Bezeichung Palästinenser kommt vom Begriff Philister. Die Palästinenser sind heute ein Mischvolk aus allen Völkern, welche den Nahen Osten erobert oder durchzogen haben. So wie es in Sacharja 9,6 steht: „Und Mischvolk wird in Aschdod wohnen. So werde ich den Hochmut der Philister ausrotten.“

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