Christus, die wahre Mitte des gemeinsamen Glaubens

Der Glaubenspräfekt der römisch-katholischen Kirche hat sich zur Einheit mit den Protestanten bekannt: „Christ sein heißt, im Leben und Sterben seine Hoffnung auf Christus zu setzen. In diesem Bekenntnis findet sich die Kirche geeint“, sagt der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller in der ZEIT. Bisher galt der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, der mächtigste Mann nach dem Papst, als wenig reformwillig.

In der ZEIT sagt Kardinal Karl Lehmann: „Das Reformationsgedenkjahr hilft uns, das Christentum in unserem Land zu stärken. Wir feiern dieses Jubiläum anders: Früher neigten wir zur Abgrenzung voneinander und damit zu einer erhöhten Selbsteinschätzung. Jetzt sind auch wir Katholiken miteingeladen.“. Für 2017 fordert er: „Wir feiern in einem ‚Christusfest‘ die wahre Mitte unseres gemeinsamen Glaubens.“  mehr Informationen

Der frühere vatikanische „Ökumeneminister“, Kardinal Walter Kasper, erklärte zur Ökumene: „Christlich ist, was Christus entspricht. Also muss er unser Maßstab, Fundament und Quelle sein. Da sind wir uns einig. Vor ihm sehen wir zwar beide, die Katholischen wie die Evangelischen, schlecht aus. Doch etwas Besseres als Jesus Christus gibt es nicht.“  mehr Informationen

Die 500-Jahr-Feier zum Beginn der Reformation lässt die Kirchen näher zusammenrücken. Sie stellen die Gemeinsamkeiten immer mehr vor das Trennende. Optimisten hoffen auf eine Papstgeste für ein gemeinsames Abendmahl für konfessionsgemischte Paare.

Kurz vor Beginn der Feiern zum 500-ten Reformationsjubiläum kommen aus der katholischen Kirche positive Signale zur Ökumene.

Der Präsident des päpstlichen Einheitsrats, Kardinal Kurt Koch, betonte die Bedeutung der gemeinsamen Reformationsgedenkfeier von Papst Franziskus mit den Spitzen des Lutherischen Weltbundes (LWB) am Montag 31. Oktober 2016. Erstmals werde ein solcher Jahrestag auf beiden Seiten nicht mit „polemischen Tönen“ begangen, sondern gemeinsam.

Papst Franziskus wird am 31. Oktober in Lund gemeinsam mit LWB-Präsident Munib Younan und LWB-Generalsekretär Martin Junge einen ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken an die Reformation vor 500 Jahren feiern.

Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Der legendäre Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, meint die unterschiedlichen Lehren vom Amt und vom Abendmahl seien die Themen, „die einer Einheit noch am meisten entgegenstehen„.

Im „Wittenberger Appell“ der katholischen Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ heißt es: „Den Skandal“, dass Katholiken und Protestanten nicht gemeinsam Abendmahl feiern dürften, seien sie als mündige Christinnen und Christen „nicht länger bereit hinzunehmen“.  mehr Informationen

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