Christlicher Glaube im Iran

Das Unheil begann 1979 durch die islamische Revolution. Umgehend wurden westliche Christen aus dem Land geworfen, die seit 1830 vor Ort waren. «Jeder dachte, dass die Kirchen geschlossen werden und die kleinen christlichen Gemeinschaften aussterben», sagt Shadi Fatehi vom «PARS Theological Center» in London.

«Damals lebten im Iran nur 350 Christen mit muslimischem Hintergrund.» Doch heute, 40 Jahre später, leben dort zwischen 800’000 bis drei Millionen Christen mit muslimischem Hintergrund.

«Immer mehr Menschen fragen mich, weshalb so viele zum Glauben kommen und wie sie die Frohe Botschaft erfahren.» Darauf gibt es mehrere Antworten: Durch Technologie, die in früher unerreichbare Orte vordringt, «und etwas, das unter Muslimen oft geschieht: dass sie Jesus durch Träume und Visionen kennenlernen».

Die Familie eines Studenten der PARS, der vor einigen Jahren Christ wurde, war verzweifelt und verärgert, dass ihr ältester Sohn Christ geworden war. «Sie hielten ihn für einen Abtrünnigen, einen Ungläubigen, und sie wussten nicht, was sie mit ihm machen sollten.»

Gleichzeitig war er sehr daran interessiert, seine Eltern für Christus zu gewinnen – besonders seine Mutter, die sich über die Bekehrung ihres Sohnes sehr ärgerte. Seine Mutter war Analphabetin und bereits alt, also beschloss er, ihr das Evangelium durch Bibel-Kassetten und CDs weiterzugeben.

«Im Laufe einiger Monate hörte sich die Mutter diese Bänder an und entschied sich, ihr Leben Christus anzuvertrauen. Sie war so leidenschaftlich für Christus, dass sie etwas für Gott tun wollte. Doch wie kann eine analphabetische ältere Frau etwas Bedeutendes tun? Sie beschloss, einen Freund zu bitten, für sie «Die Seligpreisungen» von Matthäus 5,3-12 auf ein Blatt Papier zu schreiben. Auf ihrer regelmäßigen Busfahrt suchte sie jeweils nach einem jungen Mädchen oder Jungen und bat diese, ihr die Bibelworte vorzulesen, mit der Begründung, dass sie nicht lesen könne.

Wer kann schon einer älteren Dame einen Wunsch abschlagen? «Unter dem Vorwand schlecht zu hören, bat die Mutter jeweils, etwas lauter zu lesen. So hörte nicht nur die Person, die vorlas, die Worte, sondern auch der halbe Bus. Viele Male wandten sich die Leute an sie und fragten: ‚Woher hast du das? Wir haben noch nie zuvor eine so schöne Botschaft gehört. Wer hat das gesagt, wir haben das nicht in unseren Büchern? Wo können wir mehr Informationen finden? Wessen Worte sind das, wir wollen mehr darüber wissen?‘ Natürlich beginnen und entwickeln sich dann jeweils Gespräche. Die Frau hat viele Menschen zu Christus geführt, etliche darunter auch in die Hauskirchenbewegung, der sie angehört.»

Gleichzeitig ist der Druck im Land groß. Die Kirche ist komplett untergetaucht. Es gibt keine offiziellen Farsi-sprechenden Kirchen. Auf dem Weltverfolgungsindex von «Open Doors» findet sich der Iran auf Rang 10.  mehr Informationen

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