Christen in Ostjerusalem sollen Ende Ramadan abgeschlachtet werden

Im Ostjerusalemer Stadtteil Beit Hanina sind am Donnerstag Flyer aufgetaucht, die von der Organisation „ISIS Palestine“ unterschrieben sind und sich gegen die arabischen Christen in der Gegend richten. Diesen Christen wird gedroht, sie zum Ende des Ramadans abzuschlachten, sollten sie nicht fliehen. Es ist das erste Mal, dass in der israelischen Hauptstadt eine Ankündigung des Islamischen Staats (ISIS/IS) veröffentlicht wurde. Im Gazastreifen gibt es regelmäßig Zusammenstöße zwischen der Hamas und der Terrorgruppe. Auch auf Israel hat IS aus dem Gazastreifen schon Raketen abgeschossen, vermutlich um zwischen Israel und der Hamas neue Kämpfe auszulösen.   mehr Informationen

„Wir müssen die Drohungen ernst nehmen“, sagte Weihbischof William Shomali vom Lateinischen Patriarchat in Jerusalem gegenüber dem katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. „Es würde genügen, wenn drei junge Fundamentalisten mit Messern bewaffnet ein christliches Haus überfallen, um Panik in der christlichen Gemeinschaft zu verursachen“, so Shomali. „Die Flugblätter haben unter den Christen im Heiligen Land Angst ausgelöst“, so der Weihbischof. Indes reagierte der frühere Patriarch Michel Sabbah gefasst. Er sagte: „Wir Christen werden im Land bleiben.“ In Israel leben derzeit etwa 160.000 Christen. Der Großteil sind arabische Staatsbürger Israels. Der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung beträgt etwa zwei Prozent. mehr Informationen

IS-Offensive in Kobane
Die Terrormiliz Islamischer Staat hat innerhalb von 24 Stunden 120 Zivilisten in der Stadt Kobane getötet. In der Stadt an der türkischen Grenze seien seit dem Beginn der neuen IS-Offensive vom 26. auf den 27. Juni 2015 120 Zivilisten hingerichtet oder durch Raketen und Heckenschützen getötet worden. Dies erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte unter Berufung auf Einwohner und Rettungskräfte.

IS-Anschlag auf eine schiitische Moschee in Kuwait
Bei einem Selbstmordanschlag der Gruppe Islamischer Staat (IS) auf eine schiitische Moschee in Kuwait sind am 26. Juni 2015 25 Menschen getötet worden. Nach Angaben des Innenministeriums wurden bei dem Anschlag in Kuwait-Stadt, der während des Freitagsgebets verübt wurde, 202 weitere Menschen verletzt. Zu dem Attentat bekannte sich die sunnitische IS. Für den kleinen Golfstaat Kuwait war es der verheerendste Anschlag seit Jahrzehnten. Knapp 40 Prozent der Bürger sind dort Schiiten, im Gegensatz zu anderen Golfmonarchien wie Saudi-Arabien oder Bahrain gewährt das sunnitische Herrscherhaus in Kuwait der Minderheit weitgehende Rechte.

IS-Attentat in Tunesien
Bei einem Angriff am 26. Juni 2015 auf das besonders bei europäischen Touristen beliebte Hotel Riu Imperial Marhaba in Port el Kantaoui bei Sousse in Tunesien sind 38 Menschen getötet worden. Rund 39 Menschen sind verletzt worden.
Der tunesische Radiosender Mosaique FM meldete unter Berufung auf das Innenministerium, unter den Opfern seien Briten und Deutsche und  Belgier und eine  Irin. Beim Attentäter handelt es sich um einen bislang nicht polizeibekannten Mann aus der Region von Kairouan, der vierten heiligen Stätte des Islams. Ein „Soldat des Kalifats“ habe den „abscheulichen Hort der Prostitution, des Lasters und des Unglaubens“ angegriffen, teilte der IS in einem Bekennerschreiben auf Twitter mit. Tatsächlich will Seifeddine Rezgui offenbar «Ungläubige», aber keine Muslime töten. Der Brite John Yeoman hat das selber erlebt: «Mitarbeiter des Hotels standen am Eingang und sagten dem Attentäter, sie seien Muslime und er müsse sie zuerst erschiessen, wenn er hinein wolle.» Rezgui liess sie alle am Leben. Sousse ist eine kleine Hafenstadt und ein beliebter Touristenort an der östlichen Mittelmeerküste Tunesiens. Mittelfristig will die Terrormiliz Tunesien wie das Nachbarland Libyen ins Chaos stürzen, in dem dann der IS das Land Stück für Stück unter seine Kontrolle bringt.  Der britische Premierminister David Cameron fand klare Worte angesichts der terroristischen Bedrohung: «Wir müssen stärker sein beim Eintreten für unsere Werte – des Friedens, der Demokratie, Toleranz und Freiheit», schrieb der Premier in einem Beitrag für die Zeitung «Daily Telegraph».

Anschlag in Frankreich
Bei einem Anschlag am Freitag 26. Juni 2015 mit islamistischen Motiv in der Nähe von Lyon wurde der Chef des Attentäters geköpft. Der Attentäter fuhr mit dem Lieferwagen der Frima auf das Gelände einer Gasfabrik. Er wurde dort mit seinem Kleintransporter problemlos eingelassen, weil er dort als Lieferfahrer bekannt ist. Nach Informationen der Zeitung «Dauphiné Libéré» hatte eine schwere Explosion das Werk der Firma Air Products erschüttert. Feuerwehrleute konnten den Mann in einem zweiten Hangar überwältigen, als er weitere Explosionen auslösen wollte. Polizisten hatten nach dem Anschlag den abgetrennten Kopf des Transportunternehmers am Zaun der Industrieanlage befestigt entdeckt, daneben zwei islamistische Flaggen. Yassin Salhi hat zugegeben, den 54-jährigen Hervé Cornara vor dem Anschlag getötet und enthauptet zu haben. Premierminister Valls meinte: Die Frage sei nicht, ob es einen weiteren Anschlag geben werde, sondern «wann und wo». Dabei handele es sich aber nicht um einen Krieg des Westens gegen den Islam, sondern um einen Kampf um die «universellen Werte des Humanismus».

Die Frau des Attentäters wurde am Freitag festgenommen zuvor hatte sie aber noch ein Radio- Interview gegeben und sich fassungslos über die Vorwürfe gegen ihren Mann gezeigt. „Mein Herz bleibt stehen“, sagte sie auf Europe 1. „Wir sind normale Muslime, wir machen den Ramadan. Wir haben drei Kinder, ein normales Familienleben.“ Sie wüsste nicht, warum ihr Mann ein Attentat hätte verüben sollen. Auch die Schwester des Mannes wurde festgenommen.

Israels Einwanderungsminister hat die französischen Juden aufgerufen, nach Israel zu immigrieren. «Der Antisemitismus wächst, der Terrorismus greift um sich und Berichten zufolge mordet der Islamische Staat mitten am Tag», sagte Zeev Elkin laut israelischen Medien. «Wir sind darauf vorbereitet, unsere Arme für die Juden Frankreichs zu öffnen.»

Ramadan der Jihad-Monat
Selten erlebte ein Monat so viele Schlachten in der für die Sache Allahs Eroberungen und Siege errungen wurden. Ramadan und Jihad sind nach muslimischen Verständnis wie zwei gute Freunde. Im Ramadan wurde die Gründung der islamischen Nation mit der Einnahme von Mekka begründet. Das Fasten ist ein Training für den Jihad und war einer der wichtigsten Faktoren des Propheten bei der Wahl der Führer seiner Armee. Im Ramadan wurden Siege und Schlachten geführt, welche den Lauf der Geschichte verändert haben.

  • Der erste Sieg in der grossen Schlacht von Badr (Ramadan 2 / März 623)
  • Rückkehr nach Mekka (Ramadan 8 / Januar 630)
  • Einnahme von Andalusien, die der Islam nach Europa befördert und verursacht, dass die islamische Zivilisation in Europa Einzug hielt. (Ramadan 92 / Juli 711)
  • Sieg über Napoleon Bonaparte (Ramadan 1213 / Februar 1799)
  • Sieg des osmanischen Reiches über die Russen (Ramadan 1224 / Oktober 1809)
  • Überquerung des Suezkanals mit der Beseitigung des Mythos der Unschlagbarkeit der israelischen Armee (Ramadan 1393 / Oktober 1973)
  • Gründung des Islamischen Staates im Irak / Syrien 29. Juni 2014
  • Schwarzer Freitag 26. Juni 2015 – In drei IS Aktionen wurden 183 Menschen getötet.

In den kommenden Wochen drohen weitere Anschläge. Der Sprecher vom Islamischen Staat, Abu Mohammed al-Adnani, hatte am Dienstag IS-Unterstützer zu Anschlägen aufgefordert. Die Dschihadisten sollten den heiligen Monat in einen „Schrecken für Ungläubige, Schiiten und abtrünnige Muslime“ verwandeln. Adnani nannte Jordanien, Saudi-Arabien und den Libanon als Ziele.

«Mit diesen drei entsetzlichen Taten an einem Tag wird eingeschüchtert, es werden die Insignien des Islam und der Ramadan diskreditiert, und es wird den Muslimen ein großer Schaden zugefügt», sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Vergangenes Jahr habe es laut einem Bericht des amerikanischen Außenministeriums 13.463 Terroranschläge gegeben, 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei wurden mehr als 32.700 Tote gezählt, ein Anstieg von 81 Prozent im Vergleich zu 2013. Über 9.400 Menschen seien entführt und in Geiselhaft genommen worden.

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