Christen dürfen das Wort “ Allah“ in Malaysia nicht mehr nutzen

1405_Israel_hpo (35)Das Wort „Allah“ bleibt in Malaysia ausschließlich Muslimen vorbehalten. Der Oberste Gerichtshof des Landes wies am Montag eine Beschwerde der römisch-katholischen Kirche zurück und bestätigte damit den Erlass der Regierung, der Nicht-Muslimen die Benutzung des Wortes verbietet.

 

In dem überwiegend muslimisch geprägten Staat tobt in dieser Angelegenheit schon seit 2007 ein Rechtsstreit. 2009 hatte die Religionsbehörde Malaysias der katholischen Wochenzeitschrift The Herald erlaubt, das Wort Allah zu benutzen. Daraufhin war es zu Brandanschlägen und Vergeltungsmaßnahmen gegen Kirchen, Sikh-Tempel und Moscheen gekommen.

Die Zeitung der Kirche habe kein Recht, das Wort in ihrer malaysisch-sprachigen Ausgabe zu verwenden, entschied nun die siebenköpfige Kammer mit vier Richterstimmen. Die malaysische Regierung hatte verfügt, dass „Allah“ nur von Muslimen verwendet werden dürfe, weil die Benutzung des Wortes durch Andersgläubige die Muslime verwirren und zu deren Konvertierung zu einem andern Glauben verführen könne. In Malaysia leben 28 Millionen Menschen, knapp zwei Drittel sind Muslime. Zwanzig Prozent der Malaysier bekennen sich zum Buddhismus, weniger als zehn Prozent der Staatsbürger sind Christen.

Damit wurde ein Urteil gegen den Koran gefällt. Denn in Sure 29.46 steht: „Und streitet mit den Leuten der Schrift nie anders als auf eine möglichst gute Art – mit Ausnahme derer von ihnen, die Frevler sind! Und sagt: „“Wir glauben an das, was (als Offenbarung) zu uns, und was zu euch herabgesandt worden ist. Unser und euer Gott ist einer. Ihm sind wir ergeben. Nach Rudi Paret

Das arabische Wort Allah stammt aus dem vorderorientalischen Heidentum und bezeichnete zunächst die Gottheit (al-ilâh). Im Laufe der Jahrhunderte nahm es die Bedeutung Gott an und wurde dann zu einem Eigennamen. Das islamische Glaubensbekenntnis ist: „Es gibt keine Gottheit außer Allah“ (vgl. Sure 47,19).

Seit der Aufklärung ist das Wort Gott zu einer Worthülse geworden, welche je nach Kultur und Religion unterschiedlich gefüllt wird. Deshalb muss man immer fragen, was jemand meint, wenn er von Gott redet. Der Korans und die Bibel offenbaren Gott ganz unterschiedlich.

Die katholische Kirche wies darauf hin, dass malaysische Christen das Wort Allah schon lange in Liedern, Gebeten und Literatur benutzten, um Gott damit zu bezeichnen. Auch im ganzen Orient bedeutet Allah einfach Gott. Die arabischen Christen bezeichneten Gott als Allah schon lange bevor der Prophet Mohammed in der arabischen Wüste auftrat.

Nun soll man Gott nicht mehr als Allah bezeichnen. Allah ist jetzt nur noch der Gott der Muslime. Ein klares Statement von muslimischer Seite, dass Christen, Juden und Muslime nicht dem gleichen Gott dienen.

Umstritten ist weiterhin, ob das Allah-Verbot für alle christlichen Aktivitäten gilt oder nur die Zeitschrift „Herald“ betrifft. Kirchliche Dachverbände vertreten die Ansicht, dass Christen weiterhin das Recht haben, das Wort Allah in Bibeln, Gottesdiensten und Zusammenkünften zu benutzen. Das sehen islamische Organisationen anders. Die Gefahr einer Christianisierung sei durch das Allah-Verbot nicht gebannt. Im südostasiatischen Malaysia herrscht nach der Verfassung Religionsfreiheit. Der Islam ist Staatsreligion.

Vergleiche:
Dürfen Christen Gott mit Allah übersetzen oder soll man Allah nicht mehr als Gott bezeichnen?
Juden, Christen, Muslime – Ein Gott?
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