China bläst zum Bildersturm

In China bleibt kein Stein auf dem anderen, berichtet Open Doors. Buddhistische Statuen werden niedergerissen, Tempel und christliche Gemeinden geschlossen, Kreuze niedergerissen und Pastoren verhaftet.

Im Eiltempo wurden in den letzten Jahren religiöse Symbole der Dao, Buddhisten, Muslime wie auch der Christen niedergerissen. Religiöse Aktivitäten werden elektronisch in nie dagewesener Weise überwacht. Im Februar 2018 wurde ein neues Religionsgesetz eingeführt.

Vor fünf bis zehn Jahren war die Glaubensfreiheit am größten. Erste Kampagnen, in deren Zuge Kreuze von den Kirchendächern geholt wurden, erfolgten bereits in den Jahren 2014 und 2015.

In der ostchinesischen Provinz Zhejiang wurden einige buddhistische und daoistische Tempel in Kultursäle, Verwaltungsämter und Freizeitzentren für Senioren umgewandelt. Buddhistische Statuen werden mit Propagandapostern überhängt, auf denen Slogans mit sozialistischen Parolen prangen sowie Porträts von Xi Jinping.

Bis vor kurzem konnten christliche Gemeinden in kommerziellen Gebäuden Räume anmieten und sich versammeln. «Manchenorts kamen sonntags 100 bis 300 Gläubige und in einigen Fällen sogar bis zu 1000 Personen zusammen. Sie konnten sich ganz offen treffen. Die lokalen Behörden sahen, dass die Gemeinden Gutes für die Gesellschaft taten und sie trafen sich mit den Gemeindeleitern; die Zusammenarbeit war gut.»

Die Einschränkungen unterscheiden sich in den verschiedenen Gegenden. «In einem Ort kann es die Schließung einer Kirche bedeuten, während andernorts ’nur‘ eine Warnung erfolgt. Wiederum an einem anderen Ort verlangen die Behörden, dass die Gemeinde in ein unauffälligeres Gebäude zieht oder dass sich die Christen nur noch in kleineren Gruppen zu 20 Personen in privaten Häusern treffen. In einigen Regionen sind Sonntagsschule und Jugendarbeit verboten.

Schon seit 2017 werden Muslime aus Xinjiang in Umerziehungslager geschickt. Der Islam, wie auch das Christentum, werden als westliche Einflussnahme betrachtet.

Dennoch ist davon auszugehen, dass die Einschränkungen nicht mehr so hart werden, wie in den frühen Jahren der Volksrepublik: Es gibt Umerziehungslager, aber es gibt auch lokale und ausländische Medien. Und während der Kultur-Revolution wurden Kirchen geschlossen und verbrannt, Pastoren kamen ins Gefängnis. China ist zivilisierter geworden.

Gleichzeitig ist die Überwachung überall, selbst via Smartphone. Jeder hat eines und dadurch ist die Regierung in der Lage, jegliche Bewegungen der Bürger nachzuverfolgen. Allerdings braucht es auch Ressourcen, um alle zu überwachen. Nach unseren Schätzungen leben gegenwärtig 97,2 Millionen Christen im Land.

Seit die Restriktionen nun derart zugenommen haben, sind manche christliche Gruppen um zwei Drittel kleiner geworden. Manche Menschen wissen nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen, deshalb tauchen sie ab.

Auszug aus: Medienmitteilung – 70 Jahre Volksrepublik China: Das Reich der Mitte bläst zum Bildersturm

Der chinesische Staat ist ganz offiziell atheistisch, weil er kommunistisch ist. Er erkennt aber nach seiner eigenen Zählung fünf Religionen an: den Daoismus, den Buddhismus, katholisches und protestantisches Christentum und den Islam. Trotzdem sieht die Alltagsrealität je nach Religion sehr verschieden aus. Buddhisten und Anhänger des Daoismus haben weniger Probleme, bei den christlichen Kirchen und den Muslimen greift der Staat dagegen tief ins religiöse Leben ein.

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