Archiv der Kategorie: 4 Israel – Naher Osten

Palästinenser bauen Luxussiedlung

Zwischen Ramallah und Nablus entsteht Rawabi – eine palästinensische Luxussiedlung.

Die größte Baustelle Palästinas liegt auf einem unwirtlichen Hügel im Westjordanland, zwischen Ramallah und Nablus. Rawabi heißt diese erste am Reißbrett geplante palästinensische Stadt. In sieben Jahren sollen hier in 23 Wohngebieten bis zu 40.000 Menschen leben, die ersten 600 Familien werden bereits 2014 ihre Wohnungen beziehen.

Wo noch vor wenigen Jahren Schafe und Ziegen weideten, entstehen heute Schulen, Kindergärten, Parks, Spielplätze und natürlich eine Moschee – und eine Kirche. Immerhin elf Prozent der bisherigen Käufer sind nämlich Christen.

120 Quadratmeter kosten in Rawabi heute 114.000 Dollar. Für die 16 Penthouses mit ihrem atemberaubenden Blick bis nach Tel Aviv muss man dann schon mal über eine halbe Millionen Dollar auf den Tisch legen. Für viele Palästinenser ist das unerschwinglich, aber vergleichbarer Wohnraum in Ramallah ist immer noch zehn bis 20 Prozent teurer.

Wenn man den Werbefilmen und Fresken im futuristischen Showroom glaubt, dann sind die Palästinenser ein elegant gekleidetes Volk von gut rasierten Männern im Anzug und größtenteils unverschleierten Frauen, die nach Feierabend in riesigen und tipptopp aufgeräumten Wohnzimmern mit Flachbildfernsehern an der Wand auf eleganten modernen Möbeln sitzen, um mit ihrem iPad zu spielen.

Baschar al-Masri will von dem Vorwurf der Realitätsferne nichts wissen. Der Palästinenser hat Rawabi erträumt und sich dann zielsicher darangemacht, seinen Traum umzusetzen.

Wenn er palästinensische Familien im Showroom beobachte, überwiege stets der Unglaube, sagt Masri. „Sie gehen da durch und sie sehen, was wir da für sie geplant haben, und sie glauben nicht, dass es für sie sein kann. Sie denken, der Standard sei zu hoch für sie, das sei alles viel zu modern, viel zu gut. Wir müssen doch ein schlechtes Leben unter der Besatzung führen, denken sie.“

Vieles laufe jedoch nicht so wie geplant, weder die israelische noch die palästinensische Regierung würden ihre Versprechen einhalten, und 70 Prozent seiner Zeit verbringe er damit, irgendwelche Genehmigungen zu erstreiten. Noch immer ist die Wasserversorgung durch die israelischen Wasserwerke ungeklärt.

Mindestens einmal pro Woche werden die Bauarbeiten eingestellt, weil das Wasser zum Anrühren des Betons fehlt. Manchmal würden Tankwagen eingesetzt. „Aber das ist wahnsinnig teuer“, ärgert sich Masri. Die größte Sorge aber mache ihm immer noch die Zufahrtstraße: Weil die geplante Route auf den Hügel zu einem Teil durch das von Israel verwaltete so genannte „C-Gebiet“ des Westjordanlands führen müsste, hat er noch immer keine Erlaubnis für den Bau der Straße. Heute erreicht man Rawabi nur über eine einspurige Serpentinenstraße, deren Betriebsgenehmigung jährlich erneuert werden muss.

Ausgerechnet die Palästinenserbehörde hat eine Zusage zurückgezogen, mit 150 Millionen Dollar öffentliche Einrichtungen und Dienstleistungen in Rawabi zu finanzieren. Masri musste nun auch die Rechnungen für Feuerwehr, Schulen, das Abwassersystem und die Infrastruktur für die Wasserversorgung begleichen.

Wenn es nach dem in Nablus geborenen Baschar al-Masri geht, entsteht auf jenem Hügel im Westjordanland nicht nur irgendeine Stadt, sondern die Zukunft Palästinas.

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Wasser aus dem Roten Meer soll das Tote Meer vor der Austrocknung bewahren

Doch das jordanische Megaprojekt ist umstritten. Das salzhaltigste Gewässer der Welt droht bis 2050 zu versiegen. Jedes Jahr sinkt der Wasserspiegel im Toten Meer im Schnitt um einen Meter. Ein jordanisches Millionenprojekt soll nun das Binnenmeer vor der Austrocknung retten – mit Wasser aus dem Roten Meer. Gleichzeitig könnten Jordanien, Israel und die Palästinensergebiete mit zuvor entsalztem Wasser aus dem Toten Meer versorgt werden. Doch Umweltschützer fürchten um das einzigartige Ökosystem am tiefstgelegenen Gewässer der Erde.

„Während das salzhaltige Wasser in das Tote Meer geht, wird das entsalzte Wasser nach Süden in die jordanische Stadt Akaba gepumpt“, erläuterte Jordaniens Ministerpräsident Abdullah Nsur. 100 Millionen Kubikmeter Wasser soll das 980 Millionen Dollar (740 Millionen Euro) teure Projekt jedes Jahr fördern.

Das Königreich Jordanien dürstet nach Wasser, mehr als 90 Prozent des Landes sind Wüste. Der Süßwasser-Bedarf der Jordanier und ihrer Nachbarn ist indes auch eine der Ursachen, warum das Tote Meer schwindet. Seit den 1960er-Jahren zweigen Jordanien, Israel und Syrien Wasser aus dem Jordan ab – dem Hauptzufluss des Toten Meeres. Darüber hinaus ziehen Israel und Jordanien wertvolle Mineralien aus dem Wasser des Toten Meeres. Die dafür benutzten Verdunstungsteiche haben das Problem weiter verschärft.

Ursprünglich hatte Jordanien mit Israelis und Palästinensern eine gemeinsame Initiative vereinbart, die den Bau einer Pipeline zwischen beiden Meeren vorsah. Wegen der hohen Kosten von elf Milliarden Dollar (acht Milliarden Euro) habe sich die jordanische Regierung aber für die billigere Variante entschieden, erklärte Wasserminister Hasem Nasser nun.

Doch Umweltschützer schlagen Alarm. Sie befürchten, dass sich durch die Vermischung des Wassers aus beiden Meeren Gipskristalle bilden könnten. Zudem würden Rotalgenblüten ins Tote Meer gelangen.

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Schweigen aus Israel zur Syrien-Krise

Auch bei der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem hat der israelische Regierungschef die abwartende Haltung des US-Präsidenten Barack Obama in der Syrien-Krise nicht kommentiert.

Viele Israelis sehen Obamas Zurückhaltung kritisch. Ein Bürger aus Jerusalem erklärt: “Bisher hatte ich immer gedacht, dass Obama entschlossen handeln wird und seinen Versprechen Taten folgen lässt. Aber da das anscheinend nicht passieren wird, denke ich, sollte Israel das Problem Syrien alleine angehen. Auf jeden Fall wird Israel früher oder später handeln müssen, ob gemeinsam mit den USA oder nicht.”

Dass Obama die Entscheidung über einen Militärschlag gegen Syrien dem US-Kongress überlassen will, stößt in Israel auf Unverständnis. Das Land bereitet sich bereits militärisch auf mögliche Raketenangriffe aus dem Nachbarland Syrien vor.

Das israelische Militär hat ein Raketenabwehrsystem am Stadtrand von Jerusalem in Stellung gebracht. Die Nachrichtenagentur AP machte am Sonntag Videoaufnahmen von der Raketen-Batterie des Systems „Iron Dome“.

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Christen geraten immer stärker zwischen die Fronten im syrischen Bürgerkrieg

Rebellen mit Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida sind nach tagelangen Kämpfen offenbar in ein überwiegend von Christen bewohntes Dorf rund 40 Kilometer von Damaskus eingedrungen. Augenzeugen berichteten von brennenden Kirchen, Erschiessungen und Zwangskonvertierungen zum Islam.

Die USA planen unterdessen einen intensiveren und längeren Syrien-Einsatz als bislang bekannt.

Nach Darstellung der syrischen Opposition hat Assad militärische Ausrüstung und Truppen in Wohngebiete verlegen lassen, um die Bewohner als lebendes Schild gegen Luftangriffe zu nutzen.

Bereits als in der vergangenen Woche ein US-Angriff unmittelbar bevorzustehen schien, wurden Raketenwerfer, Artillerie und andere schwere Waffen in Wohngebiete gebracht, wie mehrere Bewohner in Damaskus bestätigten. Ihre Namen wollten sie aus Angst vor Repressionen nicht nennen.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) geht laut «Bild am Sonntag» davon aus, dass sich Assad auch unabhängig von einem Militärschlag noch lange halten kann. Das könne «noch Jahre dauern», sagte BND-Präsident Gerhard Schindler.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, berichtete von einer dramatischen Machtverschiebung innerhalb der Rebellen, die zunehmend vom Terrornetzwerk al-Qaida beeinflusst würden. Demnach sei die Freie Syrische Armee (FSA) de facto nicht mehr existent.

Für die USA sei sicher, dass Assad chemische Waffen wieder einsetzen werde.

Die EU-Aussenminister hatten sich am Samstag bei einem Treffen in Vilnius nicht für einen Militärschlag ausgesprochen, aber eine «klare und starke Antwort» auf den Giftgaseinsatz gefordert.

US-Präsident Barack Obama will am Montag in mehreren Interviews mit grossen TV-Sendern für einen Syrien-Einsatz werben. Am Dienstag ist eine Rede an die Nation geplant.

Am Mittwoch soll es im Senat eine erste Abstimmung über einen begrenzten Militärschlag der USA geben, die entscheidende in dieser Kammer am Wochenende. Eine Abstimmung im Repräsentantenhaus wird in der darauffolgenden Woche – also nach dem 16. September – erwartet. Eine Mehrheit gilt als nicht gesichert, die US-Bevölkerung gilt als kriegsmüde.

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Wende auf dem Golan?

Die Drusen erbitten von Israel, ihre Angehörigen, die aus Gründen wie Heirat, Ausbildung oder Arbeit nach Syrien gezogen sind, wieder nach Israel einreisen zu lassen. Sie zeigten erstmals vor laufender Kamera eine proisraelische Haltung. Der Kanzleichef des israelischen Regierungsbüros, Harel Locker, wurde von prominenten Drusenführern nach Maschdal Schams eingeladen. Unter ihnen war auch der geistliche Führer Scheich Taher Abu Salach.

Seit 1967 im Sechstagekrieg die Golanhöhen von Israel erobert und 1981 dann annektiert wurden, verfolgten die knapp 20.000 Drusen auf den Golanhöhen aus Angst vor Damaskus einen eher antiisraelischen Kurs. All die Jahre haben sie immer befürchtet, dass Israel eines Tages auf die Golanhöhen verzichten könnte, so wie es für den Friedensvertrag mit Ägypten auf den Sinai verzichtete. Das Assad-Regime würde den Drusen eine Loyalität mit dem Judenstaat nie verzeihen. Daher signalisierten sie nach Damaskus, wie groß ihr angeblicher Hass auf Israel doch sei.

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Israel fliegt letzte Juden aus Äthiopien ein

Letzte Luftbrücke nach Israel: Die restlichen noch in Äthiopien verbliebenen Juden sollen den Boden des Heiligen Landes am Mittwoch betreten. Rund 450 Einwanderer werden dann in zwei Flugzeugen in ihre neue Heimat Israel gebracht. Damit endet die Operation „Kanfei Jona (Taubenflügel)“, der letzte große Einsatz, mit dem Israel Nachfahren des „verlorenen Stamms“ aus Afrika heimholen will.

Das Drama der äthiopischen Juden ist eine uralte und dennoch fast vergessene Geschichte. In ihrem afrikanischen Geburtsland selbst werden sie von der größtenteils orthodoxen Bevölkerung diskriminiert und beschimpft. Dabei leben sie seit über 2500 Jahren rund um die historische Stadt Gondar im Norden des Landes. „Falascha“ werden die schwarzen Juden in der Landessprache Amharisch genannt – das bedeutet soviel wie Wanderer oder Exilierte.

Tatsächlich sind sie entwurzelt und heimatlos, seit das Christentum im vierten Jahrhundert zur Staatsreligion ernannt wurde. Weil sich viele weigerten, den Glauben zu wechseln, wurde ihr Land einfach konfisziert. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden viele Falascha gezwungen, zu konvertieren. Sie hielten aber an ihren Riten fest und kehrten später zum Judentum zurück, wodurch sich im Laufe der Zeit am Horn von Afrika eine ganz eigene Tradition dieser Religion entwickelte.

„Für viele äthiopische Juden ist Israel heute nicht mehr das gelobte Land, da sie unter Rassismus, Verarmung und Diskriminierung leide“, kritisierte der Afrikareferent der Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius. Aber es gibt auch Beispiele für eine erfolgreiche Integration. Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr eine Äthiopierin zu Israels Schönheitskönigin gewählt. Yityish Aynaw sagt, sie habe nie Rassismus am eigenen Leib erfahren.

Der Ursprung der äthiopischen Juden bleibt derweil unklar. Manche glauben, sie seien direkte Nachfahren von König Salomon und der Königin von Saba. Israelische Rabbiner sehen sie als Nachfahren des verlorenen jüdischen Stamms Dan an. Sicher scheint: Das Volk der Falascha ist bis heute höchst geheimnisumwittert – und bleibt eine benachteiligte Minderheit.

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Wie wahrscheinlich ist es, dass Syrien Israel nach einem US-Militärschlag angreift?

Der israelische Syrien-Experte Eyal Zisser sieht im Falle eines US-Angriffs auf Syrien nur wenig Grund zur Sorge für Israel.

Das Letzte, was Assad jetzt braucht, während er sich mit den Rebellen einen Kampf auf Leben und Tod liefert, ist ein Krieg mit Israel. Der US-Angriff wird begrenzt sein. Es ist in Assads Interesse, der Attacke standzuhalten und dann weiter gegen die Rebellen zu kämpfen. Ein Krieg mit den USA und Israel wäre sein Ende.

Auch die Hisbollah hat überhaupt kein Interesse, in einen Krieg mit Israel verwickelt zu werden. Sie kämpft schon an der Seite Assads.

Assad hat noch Raketen. Man kann nicht versprechen, dass er sie nicht einsetzen wird. Israel kann diese Raketen abfangen, aber es gibt keine hundertprozentige Abwehrfähigkeit, die eine oder andere Rakete kann immer durchrutschen.

Israel hat kein Interesse, sich einzumischen.

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Hier ist alles anders

Mit „hier“ meint die junge Frau allerdings keine Party, obwohl es arg danach aussieht. Vielmehr geht es um eine Art alljährliches Klassentreffen der Elite der israelischen Hightechbranche. Etwa 250 Manager und Hacker, Studenten, Gründer und Professoren bevölkern dann zwei Tage lang ein Hotel in Nazareth. Vordergründig ist das Programm der Kinnernet genannten Veranstaltung eine Mischung aus Kunst und Quatsch. Tatsächlich lässt sich dort aber lernen, was junge Unternehmen in Israel so erfolgreich macht und warum es so viele gibt: Bei knapp acht Millionen Einwohnern sind es etwa 4.000 Unternehmensneugründungen aus dem Bereich Informationstechnik (IT) – nur in den USA ist die Quote höher.

Schon am Eingang wird klar: Das ist keine gewöhnliche Konferenz. Der Zeitplan an der Hotelwand ist leer. Niemand scheint eine Ahnung zu haben, was auf ihn zukommt. Nach und nach füllen sich die Spalten: mit Vorträgen über „Hightechgerechtigkeit“ und psychologische Experimente, über Katzenfotos im Netz und darüber, wie man es schafft, auch ohne eigenes Start-up glücklich zu sein. Wie ein Onlineforum besteht die Konferenz ausschließlich aus Inhalten, die Teilnehmer selbst beisteuern. Wer keinen obskuren Vortrag hält, präsentiert zumindest eine bizarre Erfindung.

Der Erfinder des Spektakels heißt Yossi Vardi. Der Mann ist so etwas wie der Übervater der israelischen Hochtechnologieszene. Vor Jahren investierte er als Erster in das Kurznachrichtenprogramm ICQ. Kurze Zeit später hat AOL es gekauft – für 400 Millionen Dollar. Heute unterstützt Vardi Gründungen im ganzen Land. Und von denen gibt es viele: Etwa 600 IT-Firmen wurden allein im vergangenen Jahr gegründet. Einer internationalen Studie zufolge, die der spanische Mobilfunkkonzern Telefónica unterstützt hat, ist Tel Aviv nach dem Silicon Valley weltweit der zweitbeste Standort für junge Internetunternehmen.

Das Erfolgsgeheimnis der Israelis, so Vardi, sei aber nicht nur technisches Know-how. Was die israelische Hochtechnologie-Industrie zu einer der besten der Welt mache, sei Kreativität. Um diese geheime Zutat zu kultivieren, lädt Vardi zu Treffen wie Kinnernet. Im geschützten Raum dieser Veranstaltungen gibt es nur eine Regel: Man darf keine Angst haben, sich lächerlich zu machen. „Es geht darum, verrückt zu sein„, sagt Vardi. Nur so entstünden Geistesblitze. Jede Darbietung, und sei sie auch noch so bizarr, wird bei Kinnernet beklatscht – sie könnte sich ja als the next big thing erweisen. „Feiert die Ideen, auch wenn sie es vielleicht nicht wert sind“, ruft Vardi der Menge denn auch zu.

Wie ernst der Gründerguru dieses Mantra nimmt, hat Erez Naveh erlebt. Vor einigen Jahren saß der heute 33-Jährige in Vardis Wohnzimmer, um ihn als Investor zu gewinnen. Zusammen mit Freunden hatte Naveh eine Webseite für Onlinespiele gegründet und wollte sie nun ausbauen. Naveh hatte eine PowerPoint-Präsentation vorbereitet, wollte Vardi mit Zahlen überzeugen. Doch den interessierte das nicht. „Stattdessen fragte er, was wir in unserer Freizeit machen“, erinnert sich Naveh.

Die meisten Teilnehmer tragen kurze Hosen und Flipflops, balancieren Plastikbecher mit Bier, halten Momente auf Handybildern fest. Doch unter den Lektoren, den verrückten Erfindern, all den Gästen, die nur mit persönlicher Einladung Vardis zu dem exklusiven Geheimtreffen kommen dürfen, sind auch einige der wichtigsten Köpfe der Branche. Mitarbeiter etablierter Hightechkonzerne nehmen an Kinnernet teil, Microsoft und Google sponsern die Veranstaltung. „Der Wert dieses Events ist nicht zu überschätzen“, sagt ein Manager des Suchmaschinenkonzerns. „Auf Konferenzen führst du normalerweise immer dieselben Gespräche. Aber hier – hier ist alles anders.“

Das liegt auch an den geladenen Persönlichkeiten, die recht unterschiedliche Hobbys mit Leidenschaft betreiben. Ein IT-Student etwa ist gleichzeitig Weltmeister im Fliegen von ferngesteuerten Hubschraubern. Ein Professor der Biochemie schreibt nebenbei Kinderbücher. Ein Google-Manager spielt bei einem Jazzkonzert auf der Bühne Klavier, mit Erez Naveh am Schlagzeug.

Wer bei welchem Unternehmen arbeitet, lässt sich allerdings nur erraten. Auf den Namensschildern fehlt die Stellenbezeichnung, Visitenkarten sind streng verboten. Derlei Egalität ist bezeichnend für die israelische Szene, und sie wurzelt im Militärdienst, den sowohl Männer als auch Frauen durchlaufen. Statt blinden Gehorsams lernten die Soldaten dort, in jungem Alter Verantwortung zu übernehmen und Kritik zu üben – auch an Kommandeuren.

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30 Prozent der Israelis wollen jüdischen Tempel wieder errichten

45 Prozent sind nach einem Bericht der Zeitung „Haaretz“ dagegen. 25 Prozent zeigten sich unentschlossen. Befragt wurden 523 Israelis.

Bisher ging man davon aus, dass es für dieses konfliktträchtige Projekt nur wenig Unterstützung gibt. Allgemein herrscht innerhalb des Judentums die Meinung vor, dass der Wiederaufbau des Tempels erst nach der Ankunft des Messias geschehen dürfe.

Der Tempel wurde im Jahr 70 nach Christus von den Römern zerstört. Israel hatte Ost-Jerusalem 1967 erobert, jedoch dem Waqf die Verwaltung des Tempelberges überlassen.

Seit Jahren setzen sich rechtsgerichtete Kreise in Israel dafür ein, dass Juden auf dem Tempelberg beten, religiöse Handlungen wie die Opferung von Tieren vornehmen und möglichst auch ihr Heiligtum wiederaufbauen dürfen. Juden beten seit Jahrhunderten an der Klagemauer, einer Stützmauer vom Tempelplatz.

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Das Grab eines altgedienten Pferdes sorgt in Israel für Verwirrung bei ultra-orthodoxen Juden und Siedlern

Einem Irrtum zum Opfer gefallen sind ultra-orthodoxe Juden aus Bnei Brak bei Tel Aviv. Die Familie verbrachte ihre Ferien am See Genezareth und buchte eine Kutschfahrt, bei der sie dann an einem Grab vorbeikam. „Hier ruht Schimon, der Gerechte – seine Hingabe zur Arbeit zeigte uns den Weg“, las der Vater, und wie auf Kommando begann die Familie mit Lobpreisungen, denn Schimon, der Gerechte (229 vor Christus) gilt als einer der angesehensten Hohepriester der jüdischen Religion.

Grund genug also für eine Anbetung. In diesem Fall allerdings war es das falsche Grab. Vielmehr gilt der zwischen Palästinensern und Israelis umkämpfte Ostjerusalemer Ortsteil Sheik Jarrah als letzte Ruhestätte des gütigen Mannes. Jene am See ist stattdessen einem Ackergaul gleichen Namens gewidmet. Die Bauernfamilie, bei der er sein arbeitsames Leben verbrachte, wollte das geliebte Tier in Ehren halten und errichtete daher den Grabstein mitsamt Inschrift. Es habe seine Zeit gedauert, bis der strenggläubige Mann dem Kutscher dies abnahm.

Damit nicht noch mehr Mitglieder der ultra-orthodoxen Gemeinde diesem Irrtum aufsitzen, ließ der Rabbi von Bnei Brak die Geschichte veröffentlichen. Wochen später erschien in einem national-religiösen Magazin der Siedler im Westjordanland eine Lobeshymne auf einen Rabbi und seinen unermüdlichen Kampf um das Grab von Schimon, dem Gerechten. Begleitet wurde der Artikel von einem Bild, das das Grab des Pferdes zeigte.

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Ban Ki-moon contra Binyamin Netanyahu

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon hat sich am Freitag in Jerusalem mit Ministerpräsident Binyamin Netanyahu getroffen.

Binyamin Netanyahu sagte zu Beginn des Treffens: „Herr Generalsekretär, ich weiß, dass Sie wie ich auf einen erfolgreichen Verlauf des Friedensprozesses hoffen. Sie wissen auch, dass es derzeit das Wichtigste ist, die beteiligten Seiten auf den Frieden einzustimmen. Darum bin ich sicher, dass Sie dem Missbrauch der UNRWA-Camps in Gaza nachgehen, die vorgeblich Friedens-Camps sind, in denen aber palästinensischen Kindern Hass gegen Israel eingeimpft wird. Es ist schwer, die nächste Generation für den Frieden vorzubereiten, wenn Kindern beigebracht wird, dass Juden von Schweinen und Affen abstammen und dass der jüdische Staat kein Existenzrecht hat. Ich vertraue darauf, dass Sie diesen Missbrauch der Ziele und Grundlagen der Vereinten Nationen beenden werden.”

Was die Veränderungen in der arabischen Welt angehe, wünsche Israel diesen Ländern Stabilität, Frieden, Wohlstand und gute Beziehungen zu anderen Nationen – einschließlich Israels. Was den israelisch-palästinensischen Konflikt angehe, sei das Kernproblem die fehlende Anerkennung Israels und nicht, wie oft behauptet würde, die israelischen Siedlungen.

„Der Konflikt begann noch vor der Errichtung einer einzigen Siedlung und nachdem wir alle Siedlungen in Gaza geräumt haben, gingen die Angriffe dennoch weiter. Ich denke, es ist wichtig zu verstehen, dass die neuen Wohnungen, die wir in Gilo oder Ramot oder anderen jüdischen Vierteln Jerusalems bauen, Teil einer zukünftigen Friedenslandkarte Israels sein werden – das ist allen Beteiligten, auch der palästinensischen Verhandlungsgruppe klar. Die eigentliche Frage ist, wie ein demilitarisierter palästinensischer Staat dazu gebracht werden kann, den einen jüdischen Staat anzuerkennen.“

Generalsekretär Ban Ki-moon bedanke sich für die Gastfreundschaft und sagte seinerseits: „Ich denke, dass Herr Ministerpräsident Netanyahu erkennt: solange es keinen Frieden mit den nächsten Nachbarn, den Palästinensern, gibt, wird Israel nie sein ganzes inneres und äußeres Potential umsetzen können. Der Ministerpräsident weiß, dass die Besatzung palästinensischen Lands keine langfristige Lösung für die Herausforderungen Israels in der Region darstellt. Ich bin hier, um alle politischen Führer zu drängen, dem Weg des Friedens weiter zu folgen.

Während seines Treffens mit israelischen Studenten am Nachmittag beantwortete der Generalsekretär die Frage eines Studenten zur Diskriminierung Israels innerhalb der UN. Ban räumte ein, dass es eine unausgewogene Haltung gegenüber Israel und seiner Regierung gebe – dies sei eine „unglückliche Situation“.

(Auszug aus dem Mail der israelischen Botschaft Berlin)

ELAL dreht um und zeigt Herz für krebskrankes Kind

Normalerweise ärgern sich die Passagiere grün und blau, wenn ein Flugzeug an seinen Ursprungsort zurückfliegen muss. Nicht so im Fall des Fluges 007 der El Al nach New York.

Eigentlich wollte die elfjährige Inbar Chomsky ganz regulär an Bord der Maschine mitfliegen. In einer Gruppe sollte das Mädchen in die USA gehen, um dort ein Camp für krebskranke Kinder zu besuchen.

Doch als die Betreuerin alle Pässe der Kinder einsammelte, merkte sie, dass derjenige von Inbar fehlte. 25 Minuten lang suchten alle Beteiligten fieberhaft nach dem Reisedokument. Doch als der Pass nicht auftauchte, blieb der Crew nichts anderes übrig, als Inbar aus Sicherheitsgründen wieder aus dem Flugzeug zu bringen.

Als das Flugzeug einige Minuten in der Luft war, fand ein Mädchen Inbars Pass in ihrem Rucksack. Der Pilot zögerte nicht lange – er flog zurück zum Flughafen, um Inbar doch noch nach New York mitzunehmen.

Als das Mädchen endlich ins Flugzeug steigen durfte, wurde sie von den übrigen Passagieren mit frenetischem Applaus und Freudentränen empfangen.

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80 Prozent der Israelis gehen laut Umfragen nicht davon aus, dass die aktuellen Verhandlungen erfolgreich sein werden

Dies gemäss einer Meinungsumfrage der regierungsnahen Zeitung „Israel Hajom“.

77,5 Prozent der Teilnehmer waren gegen die Freilassung palästinensischer Häftlinge als Geste an die Autonomiebehörde.

Knapp 63 Prozent hätten einen Stopp des Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten bevorzugt.

Einer anderen Umfrage zufolge, die in der Zeitung „Maariv“ veröffentlicht wurde, sind 53 Prozent der Israelis allerdings gegen eine Räumung der von Israel besetzten Palästinensergebiete.

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Panne in Israel: Arbeiter programmieren Bohrmaschine für Tunnel falsch

Es ist das ehrgeizigste Bauprojekt Israels: eine Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke zwischen Jerusalem und Tel Aviv. Davon sind 15 Kilometer im Tunnel. An einem Abschnitt ist der Bau jedoch vorerst gestoppt. Aus gutem Grund.

Zwischen Jerusalem und Tel Aviv haben Bauarbeiter zwei neue Bahntunnel Dutzende Meter weit falsch gebohrt. Der Bohrwinkel sei bei beiden Tunneln in einem Winkel angesetzt worden, der die Trasse inzwischen um 60 Zentimeter von den Planungen abweichen lässt.

Nach ersten Untersuchungsergebnissen war die Vortriebsmaschine einer italienischen Firma mit falschen Daten programmiert worden, was die Abweichung auslöste.

Die 55 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitsstrecke verläuft 15 Kilometer lang in Tunneln. Sie soll die beiden größten israelischen Städte vier- bis sechsmal pro Stunde in nur einer halben Stunde Fahrtzeit verbinden. Auch der internationale Ben-Gurion-Flughafen wird Teil der neuen Zugverbindung, die Ende 2017 in Betrieb gehen soll.

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Israel verhindert Raketeneinschlag in Elat

Israel hat nach eigenen Angaben einen Raketenangriff nahe der Grenze zu Ägypten vereitelt. Der Flugkörper sei in der Nacht auf Dienstag 13. August nahe dem Badeort Elat in der Luft abgefangen und zerstört worden, sagte eine Sprecherin der israelischen Armee.

Eine Al-Kaida nahestehende Gruppe hatte zuvor bekanntgegeben, die Rakete von der ägyptischen Halbinsel Sinai aus als Vergeltung für einen Luftangriff auf militante Islamisten abgefeuert zu haben. Dabei waren am Freitag nach Angaben der Gruppe Ansar Beit al-Makdes vier ihrer Kämpfer auf dem Sinai durch eine israelische Drohne getötet worden, als diese eine Raketen nach Israel starten wollten. Die ägyptische Armee wies das jedoch zurück. Auch Israel bestätigte den Angriff nicht.

Die ägyptische Zeitung „Al-Ahram“ und die staatliche Nachrichtenagentur MENA vermeldeten am Samstag, ein ägyptisches Militärflugzeug habe den Angriff verübt.

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