Burkini-Streit

Während in Europa gerade heftig über den Burkini gestritten wird, ist der Ganzkörper-Badeanzug in Israel schon seit Jahren üblich.

Michal Siv (48) ist ehemalige Kostümbildnerin. Sie und ihr Mann, einst Regisseur, verließen vor gut 20 Jahren das Theater und zogen in eine ultraorthodoxe Gemeinde. Sie ist fünffache Mutter, trägt Perücke und Kleider, die sie bis zu den Hand- und Fußgelenken bedecken. Sie näht keusche Badeanzüge und Freizeitgewand und vermarktet sie auch per Internet: www.csuta.com

Sie empfindet es als chauvinistische Liberalität, wenn Politiker meinen, dass eine Frau, die Burkini trägt, unfrei sei. Das Thema ist der Körper der Frau. Sie allein entscheide, was sie trägt und was nicht.

Wenn religiöse Gründe vorliegen, also die Halacha (jüdisches Recht), oder islamische Regeln vorschreiben, wie die Frau sich kleiden muss, kann man darüber nicht streiten. Es geht nicht um unsere Meinung: Gott entscheidet. So denken fromme Juden und Muslime. Unser Glaube bestimmt die Mode.

Der Unterschied zwischen einem Birkini und jüdisch koscherer Badebekleidung liegt darin, dass beim Burkini auch Kopf und Nacken verdeckt sein müssen. Der Burkini wurde vor rund zehn Jahren von einer australisch-libanesischen Designerin entworfen. Der Burkini ermöglicht es muslimischen Frauen, an den Strand zu gehen, wertvolle Zeit mit der Familie zu verbringen, in geschlechtergemischte Bäder zu gehen, mit ihren Familien zu schwimmen und sich wohl zu fühlen.

  

Gemäß der jüdischen Halacha müssen Ellbogen und Knie bedeckt sein, das Oberteil hoch geschlossen, die Haare verdeckt. Viele kaufen aber auch Modelle mit kürzeren Ärmeln und Leggings. Manche fragen, ob das noch geht. Michal Siv schickt sie dann zum Rabbi, der muss entscheiden.

Sie meint: Wenn ich bereit bin, nach religiösen Regeln zu leben, kann ich andere nicht verurteilen, wenn sie nach ihrem Glauben handeln. Von außen zu urteilen und Vorschriften zu machen, wäre arrogant. mehr Informationen  

Die Zahl israelischer Unternehmen, die im vergangenen Jahrzehnt mit der Produktion sittsamer Schwimmmode begannen, ist rund ein Dutzend.

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