Brandanschlag auf Kirche in Israel – Falsche Götter werden zerstört

In der Brotvermehrungskirche, welche von deutschen Mönchen verwaltetet wird, ist im nordisraelischen Tabgha in der Nacht zum Donnerstag 18. Juni 2015 ein Feuer ausgebrochen. Laut der Tageszeitung „Times of Israel“ befinden sich an den Wänden der Kirche Graffiti auf Hebräisch. „Falsche Götter werden wir vernichten“ (Zeile aus dem jüdischen Morgengebet Alenu). Dies führt zur Annahme, dass es sich um Brandstiftung handle, teilte Polizeisprecher Micky Rosenfeld mit.

Dem Bericht zufolge wurde vor allem das Dach der Kirche schwer beschädigt. Weiterer Schaden entstand in einem Raum mit Büchern und in verschiedenen Büros. Das Gebäude erlitt laut offiziellen Sprechern einen „Schaden in Millionenhöhe„, die berühmten, rund 1500 Jahre alten Mosaike einer byzantinischen Kirche vor Ort überstanden den Brand jedoch unversehrt. Ermittler der Feuerwehr fanden mehrere Brandherde.

Der abgebrannte Teil gehörte zu einem mit Geld aus Deutschland finanzierten Neubau, der erst im Jahr 2012 durch den Kölner Kardinal Joachim Meisner eingeweiht worden war. Die Brotvermehrungskirche selbst war zwar glücklicherweise nicht von direktem Feuer betroffen, hat allerdings Rauchschäden erlitten.

In dem Gotteshaus hätten sich zum Zeitpunkt des Feuers zwölf Volontäre aufgehalten und versucht, die Flammen zu löschen. Zwei Deutsche, ein 80 Jahre alter Mönch und eine 20 Jahre alte Volontärin, wurden durch das Einatmen von Rauch leicht verletzt. Einer der deutschen Volontäre berichtet von „meterhohen Flammen“, welche die Bewohner nachts um 4.30 Uhr geweckt hätten.

https://youtu.be/3sRIpZEbv9g

Israels Minister für Innere Sicherheit, Gilad Erdan, sprach von einer „niederen, feigen Tat, die ich hart verurteile“. Er fügte hinzu: „Wir werden nicht zulassen, dass irgendjemand die Koexistenz zwischen den Religionen und Volksgruppen zerstört.“ Er kündigte „null Toleranz für derartige Taten“ an.

Pater Matthias Karl, der das Kloster in Tabgha führt, sieht in dem Anschlag einen besorgniserregenden Trend: „In den vergangenen drei Jahren haben in Israel mindestens 50 Übergriffe auf Christen und christliche Einrichtungen stattgefunden“, sagte er dem israelischen Staatsradio.

Christen berichten von einem Klima zunehmender Fremdenfeindlichkeit. Das spüre man vor allem in Jerusalem, sagte der Bischof von Aachen, Heinrich Mussinghof, der „Welt“ – dort habe die Zahl der Ultraorthodoxen sehr zugenommen, und die würden fortwährend „aggressiver„. „Priester oder Personen, die offensichtlich als Christen erkennbar sind, machen immer öfter die Erfahrung, dass sie belästigt oder angespuckt werden“, so Mussinghof. Auch Kirchen wurden in der Heiligen Stadt mit  „Tod den Christen“ oder „Jesus ist ein Hurensohn“   beschmiert, christliche Friedhöfe geschändet, vor einem Jahr versuchten Unbekannte einen Brand in der von Deutschen verwalteten Dormitio-Kirche zu legen, der glücklicherweise rechtzeitig entdeckt und gelöscht werden konnte.

Dennoch bemängelt Mussinghof mangelnde Aufklärungsarbeit: In der israelischen Mehrheitsgesellschaft erhielten Schüler „keine Informationen über andere Religionen. Da kommen Christen höchstens als Kreuzritter vor. Es gibt für dieses Thema einfach zu wenig Interesse.“ Seit Jahren versuchen Gruppierungen in Israel öffentliche Informationen über andere Religionen zu verbieten. In Israel ist es verboten unter 18-jährige zu einem Religionswechsel zu ermutigen, oder mit materiellen Vorteilen (was auch immer das heisst).

Israels Oberrabbiner sandte einen Kondolenzbrief nach Tabgha, auch die „breite Bevölkerung“ habe ihre Solidarität bekundet, sagte Pater Matthias.

Israels Präsident Reuven Rivlin mahnte, dass dies ein „Anschlag auf die Substanz des Zusammenlebens in Israel“ sei.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Inlandsgeheimdienst eingeschaltet. Der Nachrichtendienst solle beschleunigte Ermittlungen durchführen, meldete der israelische Sender i24news am Donnerstag.

Die Kirche befindet sich an dem Ort, an dem Jesus laut Tradition 5.000 Menschen mit nur fünf Broten und zwei Fischen versorgt hat. Die biblische Geschichte ist unter anderem im 14. Kapitel des Matthäusevangeliums überliefert. Die Stätte am See Genezareth ist ein beliebtes Pilgerziel bei Christen, mit rund 5000 Besuchern täglich.

12 Körbe blieben übrig – genausoviel wie Stämme im Volk Israel
5 Brote wie die Torah mit 5 Büchern
2 Fische wie der jüdische Messias Ben David und Messias Ben Josef

War die Botschaft von Jesus: Der in der Torah verheissene Messias, Ben Josef und David, kann die Bedürfnisse vom Volk Israel stillen?

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