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Syriens Verschwörung endet, wenn wir uns unterwerfen

Syriens Präsident Assad hat geschworen, mit „eiserner Faust“ vorzugehen, um „Terroristen“ und ausländische Verschwörungen auszumerzen, die sein Land plagen. Das ist seine grundsätzliche Weltanschauung und seine Version dessen, was in Syrien geschieht. Seine bisher vierte Rede, um seine Politik seit Beginn der Aufstände in Syrien zu erklären, war typisch für Bashir. In der Rede fällt seine absolute Einheitlichkeit und Wiederholungen in der Rhetorik auf.

Seine eigenen Worte veranschaulichenam besten die sich wiederholenden Themen, auf die sich Assad beruft, um seine Herrschaft und Politik zu erklären und zu rechtfertigen.

„Ausländische Verschwörungen sind kein Geheimnis mehr. Was hinter verschlossenen Türen geplant wurde, ist nun klar geworden.“

„Die Frage ist, warum die Araber gegen Syrien und nicht auf seiner Seite sind“. „Es ist das Zeitalter des arabischen Zerfalls.“ „Vielleicht sind wir freier, unseren Arabismus auszuüben.“

„Ich bekleide das Amt des Präsidenten auf Wunsch des Volkes und seiner Unterstützung.“

„Die Angriffe der Medien gegen Syrien bezwecken, uns zu besiegen. Es gibt mehr als 60 internationale Kanäle, Websites und Zeitungen, die sich der Schädigung von Syriens Image verschrieben haben.“

„Der ausländische Teil des Komplottes ist gegen Reformen, weil Reformen Syrien stärken würde. Wir alle wissen, dass sie gegen ein stärkeres Syrien sind, weil sie gegen die Politik Syriens sind.“

Wann und wie wird die Krise enden? „Die Verschwörung endet dann, wenn wir aufgeben und uns unterwerfen. Sie endet, wenn wir den Widerstand gegen Israel nicht mehr unterstützen. Sie endet, wenn wir unsere Haltungen in der palästinensischen Sache aufgeben.“

Assad ist unerschütterlich. Er wird keine Lösung liefern. Seine Worte veranschaulichen sehr deutlich, dass er der Kern des Problems ist.

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Somalia: Muslimische Extremisten peitschen Christin öffentlich aus

In Somalia erhielt eine 28-jährige Christin nach wochenlanger Haft öffentlich 40 Peitschenhiebe. Die 28-jährige Sofia Osman sei am 22. Dezember in der Stadt Janale mit 40 Hieben vor einer jubelnden Menschenmenge blutig und bewusstlos geschlagen worden, berichtet der Informationsdienst Compass Direct. Im November sei Osman von der radikal-islamischen Shabab-Miliz gefangen genommen worden. Mit der Auspeitschung hätten die Extremisten Osman freigelassen. Sie sei traumatisiert und schweige über ihre Erlebnisse während der Haft in einem Shabab-Lager.

Die militante Gruppe steht mit dem Terrornetzwerk El Kaida in Verbindung und will Somalia von Christen „säubern“. Sie bekämpft die Übergangsregierung und strebt danach, das islamische Religionsgesetz, die Scharia, im ganzen Land durchzusetzen. Es bedroht unter anderem den „Abfall“ vom Islam mit dem Tode.

Im Jahr 2011 hat die Miliz drei Christen umgebracht; im Vorjahr waren es mindestens 15. In den vergangenen vier Jahren haben die schätzungsweise bis zu 7.000 Shabab-Kämpfer insgesamt mehr als 18.000 Zivilisten getötet. Weniger als ein Prozent der 8,7 Millionen Einwohner des Landes am Horn von Afrika sind Christen, die übrigen meist Muslime.

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Gefährliche Spiele im Nahen Osten

Die angriffslustige Rhetorik und Kriegsspiele des Iran im Golf haben in der letzten Zeit die Frage aufkommen lassen, ob Teheran die Strasse von Hormus blockieren könnte. Auch nur der Ansatz eines Versuches hätte verheerende strategische Konsequenzen für den Iran.

Die USA beziehen nur wenig Erdöl aus der Golfregion. Im Oktober 2011 beliefen sich weniger als 25 Prozent der US-Importe aus allen Golfstaaten zusammen – das ist weitaus weniger, als die strategischen Ölreserven der USA.

Chinas Öllieferungen hingegen würden durch ein iranisches Vorrücken zur Strasse von Hormus deutlich gefährdet. Chinas grösster Öllieferant ist Saudi-Arabien. Ausserdem ist China zufällig auch Hauptkunde für Öl aus dem Iran und sein vielleicht wichtigster Verbündeter. Bejing sorgt für ausgefeilte Waffensysteme für den Iran und für seine diplomatische Rückendeckung bei den Vereinten Nationen. Daher wäre die Blockade der Strasse ein strategisches Eigentor, da es die Interessen des wichtigsten Patrons des Irans behindert.

Wenn der Iran den Ölhandel im Golf stilllegte, würde eine Entscheidung vereinfacht. Die USA würden mit Gewalt reagieren, und wenn es erst einmal Kampfhandlungen mit dem Iran gibt, könnten sie die Gelegenheit zum Angriff auf die iranischen Nuklearanlagen und andere militärische Ziele nutzen.

Die wahre Gefahr im Golf geht von Aktivitäten des Iran aus. Er beeinträchtigt die Schifffahrt und provoziert die US-Marine. Die iranischen Kommandanten in der Region werden zunehmend unverfrorener. Wenn er nicht abgeschreckt wird, könnte nicht die Entwicklung einer Atomwaffe der Funke sein, der den Konflikt in der Region entfacht.

Die iranische Marine-Einheit der iranischen Revolutionsgarden hat in Schiffe und Bewaffnung investiert. Mit chinesischer und russischer Hilfe hat sie zunehmend ausgeklügelte Minen, Kleinst-U-Boote, mobile Seezielflugkörper und eine Flotte kleiner, schneller Schiffe gekauft. Der Iran zeigt eine zunehmende Bereitschaft, die USA und verbündete Streitkräfte in der Region zu provozieren.

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4. Gottes Ordnungen – Die 10 Gebote

5. Mose 5,1-28; 6,1-7; 6,23-25

Die zehn Gebote sind das grundlegendste Ordnungssystem der Geschichte geworden, auch wenn es heute zunehmend in Frage gestellt wird. Der Mensch nach dem Gedanken Gottes kommt mit diesen Geboten nicht in Konflikt. Nach dem Sündenfall sind sie für den Menschen jedoch eine große Herausforderung.

Haben Sie sich auch schon mit jemandem verglichen und waren anschließend nicht mehr zufrieden mit dem, was Gott Ihnen geschenkt hat? Die Kunst des Lebens ist dankbar zu sein für das, was Gott uns gibt und nicht ständig nach dem zu streben, was wir nicht haben. Das zehnte Gebot fordert uns alle heraus. Doch alle Gebote sind dazu da, uns zu einem gesegneten und glücklichen Leben zu verhelfen.

Kommentar: Ich möchte Gott immer wieder neu vertrauen, dass er es mit seinen Geboten gut mit mir meint und sie mir letztlich zu meinem Besten dienen.

 

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Iran beschuldigt Israel Atomwissenschaftler getötet zu haben

In Teheran ist nach iranischen Medienberichten am Mittwoch 11.1.2011 ein Atomwissenschaftler bei einem Autobombenanschlag getötet worden. Zwei weitere Mitfahrer wurden bei dem Anschlag verletzt.

Der Anschlag ereignete sich nahe der Allameh Tabatabai Universität im Osten Teherans und tötete den Wissenschaftler Mostafa Ahmadi Roschan. Der stellvertretenden Gouverneur Safar Ali Bratloo beschuldigte Israel. „Israel ist für dieses Attentat verantwortlich, die Methode gleicht denen, die bei anderen Anschlägen auf iranische Wissenschaftler angewendet wurden“, sagte er laut einem Bericht des iranischen Fernsehsenders in arabischer Sprache, Al Alam. Nach Angaben von Teherans hatte ein Motorradfahrer die Bombe unter dem Peugeot des Wissenschaftlers angebracht.

Ahmadi Roschan soll an der Trennung von Gasen in der Atomanlage Natans gearbeitet haben, wie aus einer Beschreibung der Internetseite einer anderen Universität hervorgeht, an der Roschan vor etwa zehn Jahren seinen Abschluss machte. 2010 und 2011 wurden drei iranische Wissenschaftler bei Autobombenanschlägen getötet. Mindestens zwei von ihnen arbeiteten am iranischen Atomprogramm.

Vergeben war ein Kampf

Die Lebensgeschichte von René Stutz ist 75 Seiten lang, Stand Januar 2012. Sie enthält viele bittere Episoden: als Kind Schläge, Unterernährung, Krankheiten, Vergewaltigungen durch einen älteren Mitschüler. Später der trinkende Vater, der die Familie zu erschiessen drohte; Berufswahl unter Zwang, Tablettensucht, Konkurs des Geschäfts. Und doch endet die Geschichte mit dem Satz: «Trotzdem macht René immer noch gern Spass.»

Auch wenn René Stutz jetzt vor einem am Tisch sitzt, wirkt er nicht so, als trüge er das erlittene Leid ständig vor sich her. Die Kaffeetasse schiebt er zu seiner Frau hinüber und sagt mit schelmischem Lächeln: «Das kannst du machen.» Mit der Langmut einer unerschütterlich treuen Begleiterin rührt Marlies Stutz ihrem Mann Rahm und Zucker in den Kaffee.

Trotz Heiterkeit wird schnell klar: Der 74-Jährige hat die Vergangenheit als «Verdingbuäb und administrativ Versorgter». In einer Pflegefamilie war es auch, wo René Stutzs Schicksal seinen Lauf nahm. Dorthin war er gekommen, weil seine Mutter, eine Zürcher Jüdin, ihn als uneheliches Kind zur Welt gebracht hatte. Als solches galt er damals, in den 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts, per se als kriminell veranlagt. «Dabei habe ich mir nie etwas zu Schulden kommen lassen», betont Stutz.

«Eines Tages tauchte Herr Landolt mit einer wunderschönen neuen Bibel bei mir auf. Unter vier Augen teilte er mir mit, dass diese mir zu einem neuen Leben verhelfen könne.» Schon früher hatte René Stutz begonnen, die Bibel zu lesen «und nach Wahrheit zu suchen», wie er sagt. Heute bezeichnet er sich als «Jude, der an Jesus als dem Israel verheissenen Messias glaubt». Während der 25 Jahre, die er mit seiner Frau und den drei Kindern in Israel lebte, habe er «mit Juden über Jesus geredet, bis ich verfolgt wurde». Kein Wunder: Die so genannten messianischen Juden sind im orthodoxen Judentum ein rotes Tuch. Davon liessen sich René und Marlies Stutz nicht beirren. Sie wollten den Ärmsten helfen und führten in Nazareth eine Entzugsklinik für junge Drogensüchtige. Woher er das nötige Wissen hatte? «Eine gute Frage», sagt René Stutz, «ich habe es nicht gelernt. Aber was ich tat, zeigte mir, dass ich spezielle Gaben habe.»

Seine Lebensgeschichte hat er aufgeschrieben, weil er anderen Mut machen will. Hat es ihm nichts ausgemacht, alles noch einmal zu durchleben? René Stutz schüttelt den Kopf, sagt eine Weile nichts. Dann: «Das ist vorbei für mich.» Eine Zeitlang aber habe er die «Verrückti» in sich hineingefressen. «Das Vergeben», sagt Stutz, «war ein Kampf.»

René Stutz hat seine Lebensgeschichte publiziert auf www.dr-narkoman.com.

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Gott offenbart seine Liebe in Israel

Heute leben ca. 5.200 verschiedene Völker auf den fünf Kontinenten der Erde. Zu den ältesten Völkern, die auch heute noch einen Staat bilden, gehört Israel. Seine Geschichte ist eine der am besten bezeugten von allen – und sie ist atemberaubend. Das Erstaunlichste dieser Geschichte ist sicherlich seine mehr als 1800 Jahre dauernde weltweite Zerstreuung und die danach kaum für möglich gehaltene nochmalige Staatenbildung 1948 im Land seines Ursprungs. Doch dieses außergewöhnliche Ereignis ist nicht das einzige, was dieses Volk von allen anderen abhebt.

Die herausragende Bedeutung Israels hängt damit zusammen, dass der allmächtige Gott sich dieses Volkes angenommen und damit sein Versprechen an Abraham, dessen Stammvater, wahr gemacht hat. Nachdem es sich vor ca. 3400 Jahren aus den Nachkommen Abrahams in Ägypten gebildet hatte, dort von den Pharaonen versklavt und unterdrückt wurde, rief Gott Mose in seinen Dienst, befreite durch ihn das Volk Israel aus Ägypten und führte es in das Land seiner Väter.

Was bewog Gott dazu, dies zu tun? Der Grund dafür ist in der Bibel überliefert: »Nicht weil ihr mehr wäret als alle Völker, hat der HERR sich euch zugeneigt und euch erwählt – ihr seid ja das geringste unter allen Völkern -, sondern wegen der Liebe des HERRN zu euch« (5Mo 7,7-8).

Gottes Liebe war auch der Grund dafür, ca. 1500 Jahre später seinen Sohn zu senden und durch ihn jeden Menschen, der ihm glaubt und vertraut, von seiner Schuld und Sünde zu erlösen und ihm ewiges Leben zu schenken (Johannes 3,16). Gott will also nicht nur ein bestimmtes Volk, sondern letztlich alle Menschen mit seiner Liebe erreichen.

Quelle: jp Leben ist mehr

Israel will Nazi-Vergleich unter Strafe stellen

Der Vergleich mit Nazis und die Benutzung von Holocaust-Symbolen soll in Israel künftig unter Strafe gestellt werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf wolle die Regierung am Mittwoch im Parlament vorlegen, berichtete die Zeitung „Haaretz“.

Die Initiative kam gut eine Woche, nachdem sich in Jerusalem ultraorthodoxe Juden bei einer Demonstration als Insassen von Nazi-Konzentrationslagern verkleidet und einen gelben Judenstern an die Brust geheftet hatten. Polizisten wurden als Nazis beschimpft. Dies war als Missbrauch des Holocausts auf scharfe Kritik gestoßen.

Mit ihrer Demonstration wollten die Ultraorthodoxen nach eigenen Angaben gegen die aus ihrer Sicht landesweite Kampagne gegen ihren Lebensstil protestieren. In jüngster Zeit gerieten die Ultraorthodoxen immer stärker in die Kritik, weil einige radikale Gruppierungen ihre Vorstellungen einer richtigen Lebensführung auf andere ausdehnen wollen. So fordern sie beispielsweise Geschlechtertrennung an öffentlichen Orten.

In der letzten Zeit hatten bereits Zehntausende Israelis gegen die Vereinnahmung des öffentlichen Raums durch die Ultraorthodoxen protestiert.

Nach dem Gesetzentwurf soll es künftig verboten sein, das Wort Nazi oder ähnlich klingende Wörter sowie Begriffe zu benutzen, die mit dem Nationalsozialismus, dem Dritten Reich oder einer seiner führenden Vertreter verbunden sind.

Strafbar würde sich auch machen, wer gestreifte Kleidung trägt, die an die Kluft der Insassen von Konzentrationslagern erinnert, oder einen gelben Judenstern sowie ähnliche Symbole benutzt. Auch Fotos, Zeichnungen und Skulpturen, die das Hakenkreuz oder verwandte Symbole aufweisen, sollen verboten sein.

Als Strafe sind bis zu sechs Monate Gefängnis und die Zahlung von 100.000 Schekel (20.000 Euro) vorgesehen. Ausgenommen ist nur die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust.

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Konflikt um die jüdische Identität Israels

Der Konflikt um die jüdische Identität Israels ist so alt wie der Zionismus. Mehr als 60 Jahre nach der Staatsgründung spitzt sich der Konflikt zwischen orthodoxen und säkularen Israelis erneut zu.

Es ist der 14. Mai 1948, als nur zwei Stunden vor der geplanten Proklamation des Staates Israel ein unerwarteter Streit zwischen den säkularen und religiösen Mitgliedern des provisorischen Staatsrates in Tel Aviv ausbricht. Denn während die Vertreter der religiösen Parteien darauf bestehen, Gott in dem Dokument zumindest zu erwähnen, sehen die sozialistisch-säkularen Zionisten darin ihr Recht auf Nichtgläubigkeit gefährdet. Man einigt sich schließlich in letzter Minute auf die doppelsinnige Formulierung „Fels Israels“. Manchmal kann ein Fels nämlich auch Gott sein, wie im zweiten Buch Samuel 23,3 oder im ersten Buch Mose 49, 24. In absichtlicher Zweideutigkeit heißt es also in der israelischen Unabhängigkeitserklärung: „Mit Zuversicht auf den Fels Israels setzen wir unsere Namen zum Zeugnis unter diese Erklärung.“ Die Staatsgründung ist gerettet.

Mehr als 60 Jahre später scheinen sich die Spannungen zwischen orthodoxen und säkularen Israelis nur noch verschärft zu haben. Wenn ultraorthodoxe Juden heute eine vollständige Geschlechtertrennung nicht nur in Autobussen fordern, wenn behinderte Kinder angegriffen werden, weil sie am Sabbat ihren elektrischen Rollstuhl benutzt haben, und wenn kleine Mädchen bespuckt werden, weil sie sich angeblich unzüchtig kleiden, dann ist das sehr problematisch. Droht Israel nun ein Kulturkampf zwischen Religiösen und Säkularen?

Die zionistische Bewegung entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf zwei eigentlich gegensätzliche Tendenzen innerhalb des europäischen Judentums. Einerseits wurden die Juden durch die weitgehende rechtliche Gleichstellung und das Entstehen der bürgerlichen Kultur immer stärker in die europäischen Gesellschaften integriert. Die fortschreitende Säkularisierung machte auch vor der jüdischen Gemeinschaft nicht halt. Die Religion als gemeinschaftsstiftendes Element drohte wegzufallen, Mischehen waren alltäglich geworden. Zionisten sahen in der Assimilation eine Gefahr für das Judentum.

Auf der anderen Seite bedrohte ein immer aggressiver werdender Antisemitismus eben jene Integrationsbestrebungen. Die zionistischen Führer sahen die Antwort auf diese Herausforderung in einem nationalen Judentum, dessen Hauptziel die „Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina“ sein sollte, wie es in der Abschlusserklärung des Kongresses der Zionistischen Weltorganisation 1897 in wunderbarem Beamtendeutsch heißt. Diese Ideen fußten deutlich auf dem nationalstaatlichen Gedankengut des 19. Jahrhunderts. Die traditionelle religiöse Sehnsucht der Juden nach „Zion“ hingegen spielte kaum eine Rolle.

Es lässt sich trefflich darüber streiten, ob die Juden ein Volk oder eine Nation oder doch eine Religionsgemeinschaft bilden. Sicher ist: Ohne Religion gäbe es keine Juden. Israel ist nach westlichen Maßstäben kein säkularer Staat. Doch mit ihrer offensichtlichen Verachtung des Rechtsstaates haben die randalierenden Orthodoxen auch bei religiösen Israelis eine Grenze überschritten.

Israel ist eine Sonderlösung: ein modernes Hightech-Land, in dem religiöse Traditionen staatstragende Funktion haben. Das mag man im aufgeklärten Europa zu Recht kritisieren. Auf der anderen Seite wäre schon viel gewonnen, wenn beispielsweise muslimische Länder in der Region einen ähnlich kunstvollen Spagat zwischen traditionell-religiöser Verankerung und weltoffener, liberaler Gesellschaft hinbekämen.

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Israel befürchtet Unruhen auf Golan-Höhen bei Sturz von Assad

Im Fall eines Sturzes des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad muss sich Israel nach eigener Einschätzung für eine Aufnahme alawitischer Flüchtlinge auf den Golan-Höhen bereit machen. „Assads Sturz wird der alawitischen Gemeinschaft schaden“, sagte einem Sprecher zufolge der israelische Generalstabschef Benny Gantz am Dienstag 10.1.2012 vor dem Parlamentsausschuss für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung. Assad selbst gehört zur Gemeinschaft der Alawiten. Doch werden die Alawiten Zuflucht bei ihren Feinden suchen?

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Israelhass als Politinstrument

Recep Erdogan strebt eine neo-osmanische Außenpolitik an. Dafür ist ihm jedes Mittel recht – vor allem der Israelhass.

Schaut man sich die Einstellungen der türkischen Bevölkerung an, kommt man zu dem Schluss: Das Land verliert seine Westbindung und driftet gen Orient. Der Westen wird mit Angst und Misstrauen gesehen. Besonders die Islamisten haben den Eindruck eines islamischen „wir“ befördert, das gegen ein westliches „die“ steht. Zu dieser Mentalität gehört die Vorstellung, dass Muslimen überall in der Welt Unrecht durch den Westen widerfahre. Sie glauben, dass sie den Islam vor den Angriffen der christlichen Missionare und ihrer jüdischen Alliierten im Nahen Osten und zu Hause beschützen müssen.

Die Türkei orientiert sich neu nach Osten aus kulturellen Gründen, aber auch aus strategischen. Im Nahen Osten hat Ankara wenig Konkurrenten. Allerdings ist das kurz vor der Atombombe stehende Teheran ein ernst zu nehmender Rivale.

Erdogan weiß, dass die Türken nicht unbedingt geliebt werden in Arabien, weil die Erinnerung an die osmanische Besatzung noch lebendig ist. Aber er hat während seiner ersten Zusammenstöße mit Israel 2008 eine prägende Erfahrung gemacht: Es gibt kein besseres Instrument als den Konflikt mit Israel, um auf der arabischen Straße populär zu werden. Alte Herrscherdynastien und Allianzen lösen sich auf in Nahost. Die Region wird formbarer als sie je nach dem Zweiten Weltkrieg war. In Ankara hat man erkannt: Da geht was. Derweil ist Europa vor allem mit sich selbst beschäftigt.

Erdogan offeriert den antiisraelischen Strömungen einen Jungbrunnen und neuen Fixpunkt. Dazu kommt ein attraktives Gesellschaftsmodell für eine arabische Jugend, die ihre Diktaturen überwinden will, die aber mit dem forcierten Säkularismus europäischer Nationen wenig anfangen kann.

Europa träumt immer noch davon, dass die Türkei als Brücke in den Orient dienen könnte. Tatsächlich wird die Türkei gerade zum strategischen Konkurrenten, die ihre Mischform aus Islam und westlicher Demokratie nicht nutzen will, um den Einfluss des Westens in der islamischen Welt zu fördern, sondern um selbst in das Vakuum zu stoßen

Das Verheerende an der neuen türkischen Außenpolitik ist aber, dass sie mit ihrer Israelhetze die alten Obsessionen der arabischen Welt neu entfacht. Und das in einem Moment, in dem die dortigen Gesellschaften gerade dabei waren zu erkennen, dass ihre Diktatoren den Konflikt mit Israel nur zur Festigung der eigenen Sicherheitsregime benutzt hatten. Erdogan versucht, die Macht der Türkei zu mehren, indem er die alten Dämonen weckt. Das aber weist nicht in die Zukunft, sondern zurück in eine konfliktreiche Vergangenheit.

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Islamische Extremisten in Nigeria setzen den Terror gegen Christen fort

Im westafrikanischen Nigeria setzt die islamische Extremistengruppe Boko Haram, ihre blutigen Angriffe fort und macht ihre Drohung mit Vernichtung und Vertreibung wahr. Sie haben sich bereits zu Anschlägen mit rund 200 Toten über Weihnachten bekannt.

Außerdem droht dem bevölkerungsreichsten afrikanischen Land ein Generalstreik, nachdem sich der Preis für Benzin verdreifacht hat. Vor einem Bürgerkrieg warnt der Vorsitzende der Christlichen Vereinigung Nigerias, der Pfingstpastor Ayodele Oritsejafor (Warri).

Staatspräsident Goodluck Jonathan – ein Christ – hat den Ausnahmezustand über vier Unruheregionen verhängt. Die Polizei soll mit allen Mitteln gegen Boko Haram vorgehen. Die Gruppe, die mit dem Terrornetzwerk El Kaida in Verbindung stehen soll, droht Christen mit Vernichtung und Vertreibung. Ein Sprecher hatte sie am 2. Januar ultimativ aufgefordert, die überwiegend muslimischen Regionen im Norden des Landes binnen drei Tagen zu verlassen. Im Gegenzug sollten Muslime aus dem mehrheitlich von Christen bewohnten Süden in den Norden ziehen. Boko Haram bezeichnet sich als „Taliban Nigerias“ und will einen islamischen Gottesstaat errichten. In zwölf der 36 Bundesstaaten gilt bereits das islamische Religionsgesetz, die Scharia.

Wir werden Israel nie anerkennen

Ismail Haniyeh meinte, die Hamas werde «ihre Waffen, ihr Territorium und ihren Anspruch auf Jerusalem für die Palästinenser» nie aufgeben, und seine Organisation werde Israel nie anerkennen. Das erklärte er am Sonntag 8.1.2012 in Tunis vor 5000 begeisterten Zuhörern. Die Zeit der Revolution, der Würde und des Stolzes sei angebrochen, rief Hanyieh aus. «Wir versprechen Euch, auch nicht auf den kleinsten Teil von Palästina zu verzichten.»

Am gleichen Tag erklärte nämlich das Zentralkomitee der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas, man müsse die Versöhnung mit der Hamas neu überdenken, nachdem letzte Woche die fundamentalistische Bewegung drei Fatah-Funktionäre den Besuch des Gazastreifens verwehrt hatte. Das Verhalten der Hamas würde nach Ansicht der Fatah beweisen, dass Hanyiehs Organisation an der Verwirklichung eines im vergangenen Jahr in Kairo unterzeichneten Versöhnungsabkommens zwischen den beiden, sich seit langem in den Haaren liegenden Bewegungen gar nicht interessiert sei.

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Mindestens 20 Tote bei Angriff auf Christen in Nigeria

„Wir haben Schüsse durch die Fenster gehört“, sagte Okey Raymond, der am Treffen teilnahm. „Jeder hat versucht, sich in Sicherheit zu bringen. Die Bewaffneten riefen: ‚Gott ist gross‘, während sie auf uns schossen.“ Er habe sich zunächst unter einem Tisch versteckt und sei dann durch die Hintertür geflohen, sagte Raymond.

Bei einem Angriff auf ein Gemeindehaus im Nordosten Nigerias sind am Freitag 6.1.2012 mindestens 20 Menschen getötet worden. Die Christen waren gemäss der britischen BBC zusammengekommen, um den Tod eines am Donnerstag erschossenen Igbo zu betrauern. Die Polizei machte die radikal-islamische Sekte Boko Haram für den Anschlag verantwortlich, bei dem 15 weitere Menschen verletzt wurden.

Zuvor war ein Ultimatum abgelaufen, das Boko Haram am Montag den Christen und Animisten im muslimisch geprägten Norden gestellt hatte: Sie sollten innerhalb von drei Tagen die Region verlassen, sonst würden weitere Angriffe folgen.

Bereits am Donnerstagabend waren in der Stadt Gombe im benachbarten Bundesstaat Gombe mindestens sechs Menschen bei einem Angriff auf eine Kirche ums Leben gekommen. Zum Anschlag bekannte sich niemand. An Weihnachten waren bei mehreren Anschlägen auf Christen in Nigeria mindestens 49 Menschen getötet worden. Boko Haram bekannte sich zur Anschlagsserie.

Seither steigt die Angst vor einer Eskalation der religiösen Gewalt in Nigeria. Boko Haram („Westliche Bildung ist verboten“) hatte das Ultimatum am Sonntag gestellt, einen Tag nachdem Präsident Goodluck Jonathan den Ausnahmezustand in Teilen von vier besonders von der Gewalt betroffenen Bundesstaaten ausgerufen hatte. Gombe liegt ausserhalb dieser Zonen. Der oberste Polizeichef Nigerias, Hafiz Ringim, hatte die christlichen Bewohner der betroffenen Regionen in einer Erklärung aufgerufen, das Ultimatum der Islamisten zu ignorieren.

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