Alle Beiträge von obrist-impulse

Demokratie und Islam

Laut dem Islamwissenschaftler Carsten Polanz vom Institut für Islamfragen lassen sich drei verschiedene Strömungen ausmachen, die von der totalen Ablehnung der Demokratie als einer verderblichen Erfindung des Westens über die Nutzung demokratischer Rechte und Freiheiten zur schrittweisen Islamisierung der Gesellschaft bis hin zur Forderung nach einer klaren Trennung von Staat und Religion reichen. Vertreter dieser Forderung leben allerdings bis heute in vielen islamischen Ländern gefährlich und haben bisher an den großen theologischen Institutionen keinerlei Einfluss.

Abu al-Ala al-Maududi (1903-1979), der Gründer der bis heute vor allem in Pakistan einflussreichen islamistischen Bewegung „Jama’at-i Islami“, beschrieb die Demokratie als „Satanswerk“. In Anspielung auf den bereits im Alten Testament beschriebenen Sündenfall schrieb er: „Was tat Satan? Satan flüsterte den ersten Menschen ein, er könne die Gesetze Allahs missachten und seine eigenen Pläne verfolgen. Und genau dies tut der Westen im Namen der Demokratie. Er sagt den Menschen: Es ist nicht nötig, dass ihr dem göttlichen Gesetz gehorcht, ihr könnt eure eigenen Menschengesetze machen, indem ihr abzählt, wie viele mit euren Plänen einverstanden sind. Dies ist eine tödliche Gefahr, die der Islam bekämpfen muss, nicht nur auf seinem eigenen Gebiet, sondern auf der ganzen Welt.“

Sayyid Qutb (1906-1966), definierte islamische Freiheit als „Ablehnung aller Arten und Formen von Systemen, die auf dem Konzept der Souveränität des Menschen basieren“. Für Qutb war daher jedes System, „in dem die letzte Entscheidung auf Menschen zurückgeführt wird und in dem die Quellen der Autorität menschlich sind“, abzulehnen. Nach seiner Interpretation steht ein solches System im krassen Widerspruch zum Islam, in dem die Menschen allein Gott und nicht anderen Menschen dienen sollen.

Eine zunehmende Zahl von Islamisten hat jedoch in den letzten Jahren erneut einen Strategiewechsel vollzogen. Sie verweisen vor allem auf den Aufruf zur „Beratung“ (arabisch „Schura“) in Sure 3,159, um ihre häufig sehr vagen Vorstellungen von Demokratie als urislamisches Konzept darzustellen. Führende Islamisten  ziehen es heute vor, die Freiheiten und Möglichkeiten der Demokratie zur schrittweisen Durchsetzung islamischer Werte und Rechtsvorstellungen zu nutzen. Um muslimische Vorbehalte gegenüber der Demokratie zu überwinden, schlägt al-Qaradawi vor, dass „jedes Gesetz, das den unanfechtbaren Bestimmungen des Islam widerspricht, null und nichtig ist.“

Al-Qaradawi ist eine Gallionsfigur für die Mainstream-Islamisten.  Al-Qaradawi propagiert eine Islamisierung des westlichen Demokratie- und Menschenrechtsverständnisses, indem die muslimischen Aktivisten die westlichen Institutionen und Begriffe nicht grundsätzlich ablehnen, sondern mit neuem Inhalt füllen.

Der iranische Philosoph Abdulkarim Soroush setzt sich heute für eine Trennung von Staat und Religion ein. Nachdem er anfangs ein Verfechter der islamischen Revolution und Mitarbeiter Khomeinis war, spricht er sich heute deutlich gegen die „religiöse Diktatur“ der Mullahs und für eine „religiöse Demokratie“ aus. Der Koran ist für ihn nur noch in religiösen Dingen unfehlbar, der Zweifel am umfassenden Vorbildcharakter Muhammads kein Tabu mehr. Jeder Bürger soll nach den moralischen Grundsätzen seiner Religion leben dürfen, ohne vom Staat per Gesetz dazu gezwungen zu werden. Einflussreiche Ayatollahs werfen Soroush bereits Abfall vom Glauben vor. Immer wieder wurden seine Vorlesungen von Schlägertrupps gestürmt. Der Staat sprach ein Lehr- und Publikationsverbot aus. Einen Zivilstaat anstelle des Religionsstaates wünschen sich vermutlich auch die meisten jungen Leute, die die Revolutionen in Tunesien und Ägypten begonnen und getragen haben, die aber politisch kaum organisiert sind und deshalb bei Wahlen schlechte Chancen haben. mehr Informationen

Mysteriöse Explosionen im Iran und Raketen in Israel aus dem Libanon

Am Montag flog offenbar erneut eine geheime iranische Atomanlage in die Luft, diesmal bei Isfahan. Iranische Medien meldeten erst eine Explosion, ohne nähere Informationen zu liefern, entfernten aber kurz darauf den Bericht wieder aus dem Internet. Was dann vom Iran heruntergespielt wurde, erweist sich anhand von Satellitenbildern jedoch als eine Szene schlimmster Verwüstung mit vielen zerstörten Gebäuden.

Vor zwei Wochen gab es eine große Explosion in einem Raketenwerk nahe Teheran. Diese Raketen können dank Reichweite und Tragkraft auch Atombomben ins Ziel tragen und dabei bis nach Israel, Europa oder zu amerikanischen Luftabwehrstationen gelangen. Mit deren Zerstörung hatte kürzlich der Befehlshaber der iranischen Revolutionsgarden, General Amir Ali Hajizadeh, gedroht.

Vier Katjuscha-Raketen haben nach über zwei Jahren völliger Ruhe am Dienstag den Norden Israels getroffen. Die Gruppe „Abu-Asam-Al-Qaida“ übernahm die Verantwortung.  mehr Informationen

Iran: Demonstranten zündeten britische und israelische Flaggen an

Aus Protest gegen Sanktionen haben iranische Demonstranten am Dienstag die britische Botschaft und eine weitere diplomatische Einrichtung Grossbritanniens gestürmt. Mehr als 20 Demonstranten drangen auf das Grundstück der britischen Botschaft vor, entfernten die britische Flagge und ersetzten sie durch eine iranische. Wie auf im Staatsfernsehen übertragenen Bildern zu sehen war, warfen die Demonstranten zudem Fensterscheiben mit Steinen ein und zündeten britische und israelische Flaggen an.

Der Angriff erfolgte, während iranische Bereitschaftspolizisten daneben standen. Ausserhalb der britischen Botschaft riefen hunderte Demonstranten „Tod für Grossbritannien“.

Ein britischer Diplomat sagte, alle Briten, die sich auf dem Gelände befänden, seien in Sicherheit. Auch er konnte zunächst keine näheren Angaben zur dortigen Lage machen. Wir sind empört“, hiess es in einer Erklärung des Aussenministeriums in London. „Das ist völlig unannehmbar, und wir verurteilen es.“ Auch Deutschland, Frankreich und Italien verurteilten die Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran scharf.

Russland verlegt Kriegsschiffe in die Gewässer vor Syrien

Russland hat die Entsendung schwerer Kriegsschiffe in die Gewässer vor Syrien angekündigt. Es würden ein Flugzeugträger und ein U-Boot-Zerstörer vom Nordmeer ins Mittelmeer verlegt, sagte der Generalstabschef Nikolai Makarow am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax.

Nach Informationen der russischen Tageszeitung „Iswestija“ sollen die Schiffe als Drohpotenzial gegenüber der NATO dienen. Russland hatte den Westen mehrfach vor einem gewaltsamen Regimewechsel in Syrien nach „libyschem Vorbild“ gewarnt. Moskau unterhält enge Beziehungen zu Damaskus, einem wichtigen Waffenkunden. Zudem verfügt Russland über einen Stützpunkt an der syrischen Küste.

Israels Oberrabbiner will Import von «Koscher-Schwein»

Oberrabbiner Yona Metzger bringt den «Schweinebraten» in israelische Kochtöpfe. Gemäss seinem Büro ist er bereit, den Import einer biologisch gezüchteten Gänseart aus Spanien zu erlauben, deren Fleisch wie Schwein schmeckt. Drei nichtjüdische Küchenchefs haben den schweinefleischartigen Geschmack bestätigt. Nach den Koscher-Vorschriften ist der Verzehr von Gänsefleisch erlaubt, egal nach was es schmeckt, sofern die Tiere nach jüdischem Ritual geschlachtet wurden.

Säkulare Israeli haben in nichtkoscheren Restaurants schon seit langem Schweinefleisch genossen, «Koscher-Schwein» würde nun aber auch den Gläubigen neue Geschmacksempfindungen erlauben.  mehr Informationen

Mysteriöse Explosionen im Libanon

In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch 23.11.2011 kam es zu einer massiven Explosion in einem Munitions- und Waffenlager der schiitischen Hisbollah im libanesischen Dorf Sadikin, etwa zwölf Kilometer von der israelischen Grenze entfernt. Im israelischen Ort Maalot konnte man dies sogar hören. Die Explosion geschah zehn Tage nach einer anderen mysteriösen Explosion in Iran. Ob es zwischen den beiden Explosionen eine Verbindung gibt, ist unklar. Die Vorfälle könnten zu Spannungen an der Nordgrenze führen.  weitere Informationen

Iran signalisiert Bereitschaft für eine „finale Konfrontation“

Iranische Sprecher und Kommentatoren und führende Regierungsmitglieder haben begonnen, Israel, den USA und der IAEO gegenüber eine drohende, herausfordernde und manchmal verächtliche Ausdrucksweise zu verwenden. Der Iran sieht den Umbruch im Nahen Osten und die wachsenden islamischen Tendenzen als einen Beweis für die (göttliche) Gerechtigkeit seines Weges an. Von Irans Standpunkt gesehen würde eine direkte Konfrontation mit den USA und Israel seinen Zwecken in der Region dienen und sein Image als ein Akteur, der fest gegen die westlichen Mächte steht, aufbauen. Angesichts des harten IAEO-Berichts und der aktuellen Turbulenzen im Nahen Osten stellt für Iran ein Kompromiss kaum noch eine Option dar.

Irans Einstellung ist, dass aufgrund einer Anzahl von Gründen, u. a., weil ein Militärschlag Irans Atomprogramm nicht stoppen und wahrscheinlich seinen nationalen Zusammenhalt stärken würde, ein militärischer Angriff für Israel nicht realisierbar ist. Hochrangige iranische militärische Amtsträger, Kleriker und Kommentatoren haben eine drohende Ausdrucksweise angenommen und warnen, dass Iran mit grosser Härte auf jeden Angriff gegen ihn reagieren wird.  weitere Informationen

Israelkongress: Teilnahmeverbot für messianische Juden

Auf unterschiedliche Reaktionen bei evangelikalen Israel-Werken ist die Entscheidung gestoßen, eine Gruppe messianischer Juden – sie glauben an Jesus Christus als den jüdischen Messias – nicht am 2. Deutschen Israelkongress teilnehmen zu lassen. Der Kongress hatte Ende Oktober 2011 in Frankfurt am Main stattgefunden. Betroffen war der Beit Sar Shalom-Evangeliumsdienst (Berlin). Auf dem Treffen hatten sich 3.000 Teilnehmer solidarisch mit Israel gezeigt.

Bei einer offiziellen Partnerschaft mit messianischen Organisationen wären die wichtigsten Sponsoren abgesprungen und der Kongress hätte nicht stattfinden können. Intern habe man aber immer deutlich gemacht, „dass die messianischen Juden in besonderer Weise unsere engsten Brüder und Freunde sind und wir gerne einen Weg gefunden hätten, diese in den Kongress zu integrieren“. Mittelfristig müsse es möglich sei, dass messianische Juden an einem solchen Kongress ihre Solidarität mit Israel bekunden, wenn sie dort „in Wort und Schrift keine missionarischen Aktivitäten entfalten“.

Berthold Schwarz vom Institut für Israelogie (Gießen) hofft, dass es bei der Kongressleitung zu einem „ernsthaften Umdenken“ kommt, „selbst wenn die theologische Existenz von an Jesus Christus, dem Messias, glaubenden Juden bei anderen Juden ein Dorn im Auge sein mag“.

Die Bibel wird wieder interessant

«Mit der zunehmenden Entkirchlichung wird die Bibel für immer mehr Leute wieder interessant», stellt die Zürcher Pfarrerin Rita Famos fest. «Sie wollen wieder wissen, was drin steht.» Doch wen können sie fragen?

Für Pfarrerin Famos ist klar: Nur wer die Bibel selbst liest und am Gemeindeleben teilnimmt, hat auch Worte, um über die Bibel und ihre Inhalte zu reden. «Entscheidend ist, dass sie selbst mit der Bibel leben». mehr Informationen

Mehr Lutheraner im Regenwald Brasiliens als in Deutschland

Derzeit gibt es einen „weltweiten Aufschwung“ der Evangelikalen. Ihre Zahl liege derzeit bei etwa 600 Millionen. Außerdem sei es zu bemerkenswerten Verschiebungen in der weltweiten Christenheit gekommen. Prof. Thomas Schirrmacher (Bonn): „Es gibt heute im brasilianischen Regenwald mehr Anhänger Luthers als in Deutschland.“

Die beiden Volkskirchen in Deutschland täten sich schwer mit dem Einsatz gegen Christenverfolgung. Schirrmacher: „Den Kirchen ist das Thema peinlich.“ Bundespolitiker seien „stinkesauer“ auf die Volkskirchen, weil diese sich zu wenig für verfolgte Christen engagierten.  weitere Informationen

 

Der Iran dürfte bald einmal eine Atombombe besitzen.

Man spekuliert nicht mehr darüber, ob – offen ist allein die Frage, wann? Alle Sanktionen werden das Regime bestätigen, sich mit einer solchen Waffe gegen die böse Welt wehren zu müssen. War Irans Regime bis jetzt vor allem für die eigenen Bürger ein Albtraum, müssen sich bald nicht nur dessen Nachbarn in Acht nehmen, sondern der Westen insgesamt. Am meisten zu befürchten hat Israel.

Käme in Iran eine säkulare, demokratisch gewählte Regierung an die Macht, würde sich das Problem der Atombombe von selbst erledigen. Kein demokratischer Staat bedroht einen anderen mit der Vernichtung. Israel kann nicht zulassen, dass ein Regime, das wiederholt angekündigt hat, den Judenstaat vernichten zu wollen, sich mit einer Atombombe ausrüstet. Denn das würde die beste Überlebensgarantie, die Israel hat: die eigene Atombombe, wirkungslos machen.

Schlägt Israel zu, wird es weltweit verurteilt werden. Insgeheim würden die meisten anderen Regimes der Region dankbar sein. Selbstverständlich wird das niemand offen zugeben. Mehr Informationen

„Jesus Christus“ wurde auf eine Liste mit „anstößigen“ Wörtern gesetzt.

Pakistaner dürfen beim Verschicken von Kurzmitteilungen über Mobiltelefone (SMS) nicht mehr den Namen „Jesus Christus“ verwenden. Die pakistanische Telekommunikationsbehörde hat den Mobilfunkanbietern des Landes eine Liste mit rund 1.500 Wörtern übermittelt, die als „anstößig“ befunden worden seien. Sie dürften beim „Simsen“ nicht mehr verwendet werden. Darunter sei aus unbekannten Gründen auch der Name Jesus Christus. „Alle SMS, die Wörter aus der Liste beinhalten, müssen blockiert werden“. Wie es heißt, gilt das Verbot für Wörter und Redewendungen, die unzüchtig und beleidigend seien oder sexuelle Beziehungen und die Namen einiger Körperteile beträfen.

Pakistan gehört zu den Ländern, in denen Christen besonders stark diskriminiert werden. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Übergriffen durch radikale Muslime. Die Blasphemie-Gesetze, die die Beleidigung des Propheten Mohammed mit lebenslanger Haft bzw. der Todesstrafe ahnden, werden häufig benutzt, um Christen zu inhaftieren und anzuklagen.  Mehr Informationen

Pakistan: Jesus Christus in SMS wieder erlaubt

In Pakistan darf der Name Jesus Christus nun doch wieder in SMS-Nachrichten verwendet werden. Die Telekommunikationsbehörde PTA habe den Begriff nach einer Intervention des Ministers für religiöse Minderheiten, Akram Gill, wieder aus der Liste der verbotenen Wörter gestrichen. Gill – er ist Katholik – habe im Kabinett sowie in einem persönlichen Gespräch mit dem Leiter der Telekommunikationsbehörde, Mohammed Yaseen, eindringlich vor einer Gefährdung des Friedens im Land gewarnt. Die Behörde hatte Mobilfunkanbieter angewiesen, „im Interesse des Ruhmes des Islam“ SMS mit angeblich „anstößigen“ Begriffen nicht zu übermitteln. Die Firmen erhielten eine Schwarze Liste mit rund 1.500 Wörtern, darunter auch Jesus Christus.

Himmelschreiende Absurdität

Das Exekutivkomitee der UNESCO hat Syrien zum Vertreter der arabischen Staaten in zwei Menschenrechtsausschussen ernannt. Wie der Radiosender „Kol Israel“ auf seiner Website meldet, soll Syrien die arabische Gruppe in zwei Ausschüssen der UN-Kulturorganisation vertreten. Einer befasst sich mit der Umsetzung von Menschenrechten in der UNESCO. Der andere Ausschuss kümmert sich um Nichtregierungsorganisationen, die Demokratie und Gleichberechtigung fördern. Unterdessen drohte die Arabische Liga Syrien mit Sanktionen, wenn das Blutvergießen bei regierungskritischen Demonstrationen kein Ende finde. Sie stellte den Syrern ein dreitägiges Ultimatum und haben die Mitgliedschafts Syriens in der Arabischen Liga ausgesetzt. Mehr Informationen

70‘000 ägyptische Christen beteten eine ganze Nacht (11.11.2011)

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Wenige Wochen vor den Wahlen hat das zerstrittene Ägypten eine bewegende Demonstration christlicher Einmütigkeit erlebt. Vom Freitag, 11. November 2011, 18 Uhr bis Samstag 6 Uhr riefen sie Jesus Christus an, lobten Gott und erbaten Frieden und Segen für ihr Land und benachbarte Völker. Auf dem Abhang vor der Höhlenkirche St. Samaan waren gegen 50‘000 koptische, evangelische und katholische Christen versammelt. Tausende weitere Christen folgten der Gebetsnacht auf Leinwänden vor benachbarten Grotten. Eine unabhängige Kairoer Zeitung schätzte die Teilnehmerzahl auf insgesamt 70‘000.

Der christliche Satellitenkanal Sat 7 übertrug die zwölf Stunden live. Laut Sat 7 verfolgten Millionen von Christen in Ägypten und der arabischen Welt die Sendung; viele schlossen sich vor dem Fernseher stehend im Gebet den Versammelten an.

Die Initiative zur Gebetsnacht hatten junge Christen zwei Wochen zuvor ergriffen und übers Internet eingeladen. Im Vordergrund stand der Aufruf zur Umkehr, weg vom Egoismus zu einem hingegebenen, geheiligten Lebensstil. Die Christen sangen Anbetungslieder, die die junge Generation über alle Konfessionen hin verbinden. Sie proklamierten in Gebeten und Liedern die Liebe von Gott für alle Ägypter, brachten ihr Verlangen zum Ausdruck, dass Gott das Land segnen möge, und beteten für die Wahlen, die Armee und den herrschenden Militärrat.

Die Höhlenkirche St. Samaan entstand durch die Hingabe der niedrigsten Volksschicht in Ägypten, den Abfall Sammlern, zu Gott.

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Ägypten: „Christen erleben gegenwärtig die schlimmste Zeit der letzten Jahrhunderte“

Juden in Italien

Italien hat ungefähr sechzig Millionen Einwohner. Wenn man gebildete Italiener fragt, wie viele Juden im Land leben, erhält man als häufigste Antwort ‘eine halbe Millionen’. In Wirklichkeit beläuft sich die Anzahl der zahlenden Mitglieder der jüdischen Gemeinden in Italien auf 31.000, oder anders gesagt kommen Fünf auf Zehntausend Italiener. Doch wahrscheinlich gibt es einige Tausend Juden mehr, die aber öffentlich als solche nicht erkennbar sind. Ferner sagen viele kultivierte, gebildete oder einfach wohlsituierte Italiener über sich, dass sie teilweise jüdischer Herkunft sind.

Die falsche Wahrnehmung, dass so viele Juden in Italien leben, ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass sie als so bedeutend angesehen werden. Im letzten Jahrhundert hatten tatsächlich einige Juden Schlüsselpositionen innerhalb der italienischen Gesellschaft inne. In den letzten Jahrzehnten haben italienische Juden ausserordentlich zur Wissenschaft beigetragen. Einmal waren vier von sechs italienischen Nobelpreisgewinnern Juden.

Unter der Regierung Berlusconi hat sich die Stellung Israels in Italien radikal von der in anderen europäischen Ländern unterschieden. Für sie war Israel kein problematisches Land. Berlusconi und seine Unterstützer sind pro-israelisch und sagen dies auch deutlich. Die politische Unterstützung der Regierungen unter Berlusconi für Israel und andere günstige Faktoren haben der jüdischen Gemeinde Italiens neues Selbstvertrauen gegeben. Es gibt einige andere beachtliche Hinweise. In Italien muss sich der Steuerzahler entscheiden, einen Beitrag in Höhe von 0.8 Prozent seines Steuervermögens entweder an eine religiöse oder andere anerkannte Organisation zu leisten. 2008 beispielsweise haben 61.000 Italiener diesen Beitrag der jüdischen Gemeinde zugeteilt, was bei weitem die Anzahl der jüdischen Familien in Italien übersteigt; das ist ein Zeichen der Sympathie der nicht-jüdischen Italiener.

Zusammenfassung von Hanspeter Obrist  /  mehr Informationen