Auffahrt – Ausfahrt – Himmelfahrtsfest

2017: Donnerstag 25. Mai

Die Bezeichnung „Auffahrt“ steht in der Schweiz und Lichtenstein für das christliche Himmelfahrtsfest. An anderen Orten meint das Wort „Auffahrt“ eine Anschlussstelle einer Autobahn oder Schnellstraße (in der Schweiz: Einfahrt) oder eine steile Fahrstraße. Für viele steht dieser Tag für eine Ausfahrt oder einen Ausflug. Einige landen im Stau, andere machen Feldumgänge oder feiern eine Bittprozession.

Doch was ist der Ursprung dieses Feiertages?
Nachdem Jesus am Karfreitag am Kreuz gestorben und am Ostersonntag auferstanden war, begegnete er über 500 Personen (1.Kor. 15,5). Dazu gehörten die Frauen am Grab (Joh. 20), die zwei Wanderer nach Emmaus (Lk. 24) und die Jünger von Jesus. Diese Begegnungen hatten zwar ermutigenden Charakter, jedoch geschah dabei nichts Weltbewegendes.

Nach dem Geschehen zu Karfreitag und Ostern gingen die Jünger von Jesus wieder ihre eigenen Wege. Einige Jünger widmeten sich wieder der Fischerei auf dem See Genezareth, als Jesus sie aufsuchte (Joh. 21).

Jesus hatte alle Jünger nach Jerusalem zurückgeschickt. Zehn Tage vor dem jüdischen Pfingstfest traf sich Jesus an einem ganz normalen Donnerstag mit ihnen. Die Erwartung der Jünger war groß, dass Jesus nun das Königreich aufrichten werde. Doch Jesus wollte dafür keine Zeit festlegen und versprach ihnen die göttliche Kraft durch den Heiligen Geist, der sie in die ganze Welt führen wird (Apg. 1,6-8).

Indem Jesus vor ihren Augen auf dem Ölberg Richtung Himmel auffuhr und durch eine Wolke ihren Augen entschwand, eröffnete Jesus ein neues Kapitel. Plötzlich standen zwei Engel da, die erklärten, dass Jesus nun im Himmel sei und eines Tages von dort wieder auf die Erde kommen werde. Doch vorerst warteten die Jünger in Jerusalem auf die verheißene Kraft von oben, welche nach 10 Tagen an Pfingsten auf sie kam und sie erfüllte und alles veränderte.

Himmelfahrtskapelle Jesu Oelberg Israel

Himmelsfahrtkapelle auf dem Ölberg in Jersusalem Israel

Bedeutung von Himmelfahrt
• Jesus beendete mit seiner Himmelfahrt seinen ersten Auftrag auf der Erde. Er ging leiblich an einen realen jenseitigen Ort, von dem er versprochen hat, darin Wohnungen für seine Nachfolger vorzubereiten (Joh. 14,2).
• Jesus ist nicht in eine Geisteswelt entschwunden, sondern sitzt zur Rechten des himmlischen Vaters (Mk. 16,19 / Apg. 7,56).
• Von da wird er wiederkommen, um Gottes Reich sichtbar aufzurichten. Jeder Mensch empfängt dann göttliche Gerechtigkeit.
• Für die Jünger begann an diesem Tag eine spannungsvolle Zeit. Einerseits staunten sie darüber, wie Jesus in den Himmel auffuhr und die Engel mussten sie erst wieder in die Realität zurückholen. Andererseits mussten sie nun auf den göttlichen Zeitpunkt warten, an dem das nächste Ereignis eintreffen würde. Keiner von ihnen kehrte mehr in sein altes Leben und seinen alten Beruf zurück – etwas Neues wurde eingeläutet.

Fazit:
Jesus hat seine Jünger gelehrt, dass es eine reale transzendente Welt gibt und ist nun in diese eingetreten. Gottes Gegenwart wird neu durch den Heiligen Geist erfahren. Die Nachfolger von Jesus leben in der Erwartung, in diese andere Welt aufgenommen zu werden und empfangen als Anzahlung den Heiligen Geist, der sie leitet. Sie freuen sich auf die Wiederkunft von Jesus, bei der er sein Reich in Herrlichkeit aufrichten wird.

Vielleicht ist der Himmelfahrts-Ausflug ein Symbol dafür geworden, dass auch wir in eine andere Welt gehen wollen, um dann wieder zurückzukommen.

 

Himmelfahrtskapelle Oelberg Israel Auffahrstelle Jesu

Hier soll Jesus das letzte Mal die Erde berührt haben. Himmelfahrtskapelle Oelberg Israel

Text: Hanspeter Obrist

Vergleiche Artikel: Der Himmel

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