Anschlag auf jüdische Schule wirft neue Fragen auf

Die ersten polizeilichen Untersuchungen des Anschlags vom Montag auf die jüdische, von rund 200 Kindern besuchte Schule «Ozar Hatorah» in Toulouse, bei dem ein noch flüchtiger Täter drei Kinder und einen Erwachsenen erschoss, ergaben insofern einen Zusammenhang mit zwei kürzlichen Mordanschlägen auf drei französische Soldaten nordafrikanischen und karibischen Ursprungs in der Gegend, als dass bei beiden Verbrechen die gleiche Waffe benutzt worden ist.

Das Attentat auf die Schule hat den Wahlkampf im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahlen empfindlich durcheinander gebracht. Präsident Nicolas Sarkozy, der sich um eine Wiederwahl bemüht, begab sich an den Ort des Verbrechens, wo er verkündete, dass weder Barbarei noch Hass gewinnen könnten, und dass die ermordeten Kinder die «Kinder der ganzen Nation» seien.

Sarkozys Kritiker machen die in der letzten Zeit gewachsene Anti-Immigrationshaltung des Präsidenten mitverantwortlich für die stetig zunehmende ethnische Spannung in Frankreich.

Viele der jüdischen Organisationen und Persönlichkeiten, die sich nach dem Anschlag von Toulouse zu Worte gemeldet haben, warnten vor einem zunehmenden Antisemitismus in Europa. Abraham Foxman von der Anti-Defamation League (ADL) erinnerte daran, dass die jüdische Gemeinde von Toulouse in den letzten drei Jahren wiederholt Ziel antisemitischer Gewaltakte gewesen sei.

Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte das Attentat, wie auch die USA und zahlreiche andere Staaten, ebenfalls in scharfen Worten, während die für die EU-Aussenpolitik zuständige Catherine Ashton bei einem Auftritt vor palästinensischen Jugendlichen in Brüssel den Zwischenfall mit keinem Wort erwähnte.

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