Algerien schließt eine weitere Kirche

Letzten Freitag 11.10.19 informierte die örtliche Polizei, dass man das Kirchengebäude der Full Gospel Church in Tizi Ouzou am Mittwoch, den 16. Oktober 2019 schließen werde, berichtet Open Doors. Es ist der nächste Schritt der Regierung im Rahmen ihres mutmaßlichen Plans, alle protestantischen Kirchen im größten Land Afrikas zu schließen.

Pastor Salah lud die etwa 700 Gemeindeglieder zu einer letzten gemeinsamen Versammlung in der Kirche am Dienstag ein, um die Informationen über die bevorstehende Schließung mitzuteilen. Die Gemeinde zählt zu den größten Algeriens.

Auch eine Gemeinde der „Assemblies of God“ in Tizi Ouzou sowie eine Gemeinde in Makouda wurden über ihre bevorstehende Schließung informiert. Seit Anfang 2018 wurden damit bereits über 15 Kirchen in Algerien geschlossen.  

Einer der Hauptgründe ist vermutlich, dass sie viele Christen mit muslimischem Hintergrund haben.

Pastor Salah sagt: „Einige Gemeinden in unserem Land versammeln sich draußen im Freien, um den Herrn gemeinsam anzubeten. Andere Kirchen versammeln sich nun als Hauskirchen. Ich denke, das werden wir auch tun.“ „Ich fürchte, dass die Behörden auch die Hauskirchen verbieten werden. Wir haben das bereits erlebt. Pastoren, deren Kirchen geschlossen waren, begannen, Versammlungen in den Häusern abzuhalten, und die Regierung hat es untersagt.“

Erst in der vergangenen Woche hat die „Protestantische Kirche von Algerien“ (EPA) eine Pressemeldung veröffentlicht, nachdem allein im Bezirk Bejaia fünf Kirchen geschlossen worden waren.

Pastor Salah aus Tizi Ouzou hofft jetzt auf die Unterstützung anderer Christen: „Ich bitte die weltweite Gemeinde, dafür zu beten, dass der Herr während dieser Notlage bei uns sein wird. Ich hoffe auch, dass Christen auf der ganzen Welt ihre Regierungen bitten werden, die algerische Regierung aufzufordern, mit dem, was sie tut, aufzuhören.“  mehr Informationen

Algerische Christen haben in den letzten Tagen friedlich gegen die «ungerechte» Regierungskampagne protestiert, durch die in den letzten Monaten bereits neun Kirchen geschlossen wurden. «Herr Gouverneur, stoppen Sie die Schliessung der Kirchen» und ähnlich hiess es auf den Plakaten auf Arabisch und Französisch. Die Demonstranten verlangten auch die Rücknahme des «06/03-Gesetzes von 2006», eine umstrittene Regelung, die von religiösen Minderheiten eine spezielle Bewilligung verlangt, welche aber von den Behörden oft jahrelang verzögert wird und damit die Kirchen bewusst in der Illegalität hält. Ausserdem ist Evangelisation und jede Aktivität, die Muslime zum Glaubenswechsel veranlassen könnte, verboten.

Said Tamoud, ein algerischer Christ, der in Spanien lebt, erklärte gegenüber einem spanischen Radiosender: «Die Regierung hat das Wachstum der Kirchen gesehen und dass die Leute keine Angst haben. Sie schliessen die Kirchen allmählich, um nicht zu viel Aufmerksamkeit zu erzeugen.» Und weiter: «Die Regierung will nur zwei oder drei Kirchen in Algerien offenhalten, um der Welt zu ‚beweisen‘, dass Religionsfreiheit herrscht.»

Die Leitung der «Algerischen protestantischen Kirchen» (Église Protestante d’Algérie, EPA) hat die Christen aufgefordert, sich in den sozialen Medien nicht regierungskritisch zu äussern, um der Regierung keine Gelegenheit zu geben, sie als Vertreter der Opposition politisch zu instrumentalisieren. Stattdessen sollen sie an Gebets- und Fastenaktionen teilnehmen, die im März gestartet wurden.

«Sie können die Gottesdienstorte schliessen, aber nicht die Kirche, denn die Kirche besteht aus Menschen. Sie können unsere Gebäude schliessen, aber nicht die Herzen, die Christus aufnehmen. Sie können uns Stühle und Mikrophone wegnehmen, uns keine Visa geben, aber sie können niemals Christus aus unserem Herzen wegnehmen.» mehr Informationen

Kirchenschließungen in Algerien

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Gott tut Wunder in Algerien

Menschen sehen Christus in Träumen, andere werden geheilt. Unter anhaltendem Druck wachsen die evangelischen Gemeinden. Der Präsident der Protestantischen Kirche Algeriens Mustapha Krim kann sich das Wachstum kaum erklären. Während Jahrzehnten hätten katholische Missionare und evangelische Pastoren den Glauben im Land bezeugt und wenig Übertritte erlebt. Warum neuerdings viel mehr Algerier Christen werden, bleibt für … Gott tut Wunder in Algerien weiterlesen

 

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