10. Teweth

Der erste Trauertage im jüdischen Kalender ist der 10. Teweth. Mit ihm begann die Belagerung Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 n.Chr. Am 17. Tammus brachen die römischen Legionen in die Vorstadt Jerusalems ein. Wenige Wochen später, am 9. Aw, geschah unter dem damaligen General Titus die vollständige Eroberung Jerusalems, der Innenstadt und des Tempelbezirks. Dabei ging der Tempel in Flammen auf. Jerusalem wurde zerstört und der bis dahin überlebende Teil der jüdischen Einwohner wurde entweder grausam ermordet oder in Gefangenschaft und Sklaverei geführt.

Der 10. Teweth ist ein Fastentag, an dem das jüdische Volk seine Betroffenheit und seinen Schmerz über den Beginn der größten nationalen Katastrophe in seiner Geschichte zum Ausdruck bringt.

Mit der Zerstörung des Tempels am 9. Aw erlosch der Opferdienst. «Wir sind nicht mehr imstande, unsere Pflichten zu erfüllen in dem Haus, das du erwählt hast, in dem großen heiligen Hause, über dem dein Name genannt wird» (aus einem jüdischem Gebetsbuch). Es folgte das Exil mit dem schrecklichen Holocaust. Bis heute ringt das jüdische Volk mit den Folgen.

Der Krieg gegen die Römer begann im Jahr 66 n. Chr. , ausgelöst durch staatliche und religiöse Unterdrückung. Im Mai 66 n. Chr. befahl Gessius Florius  seinen Soldaten in den Tempel einzudringen und und nahm vom Tempelschatz 435 Kilogramm Silber mit. Das verletzte die religiösen Gefühle der Juden und es kam zu einem Aufstand. Florus schickte zwar Soldaten nach Jerusalem, doch sie verloren die Kontrolle über die Stadt.

Text: Hanspeter Obrist

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someonePrint this page

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.