Josef – gesandt, unterwegs, verworfen, verleumdet, verkauft

In der rabbinischen Literatur entwickelten sich zwei Messias-Modelle: Ein Messias wie Josef und ein Messias wie David (siehe: „Die Sehnsucht nach einem Messias“ ). Wir folgen der Josefsgeschichte in 1.Mose 37,12-36. 

Gesandt
Eines Tages rief Vater Jakob seinen Sohn Josef und gab ihm den Auftrag nach seinen Brüdern zu schauen. Die natürlichste Reaktion wäre gewesen: „Nein, nur das nicht! Die mögen mich doch überhaupt nicht leiden“ Welche plausible Ausrede könnte er nur vorbringen, damit er nicht hingehen muss? In der Bibel finden wir aber von Josef eine ganz andere Reaktion. Er sagte: „Hier bin ich“ (1.Mose 37,13). Als Gott Jesaja rief, sprach dieser: „Hier bin ich, sende mich!“ (Jesaja 6,8). Und als Gott seinen Sohn in die Welt sandte, „erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod am Kreuz (Philipper 2,8). Jesus sagte einmal: „Ich bin gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (Matthäus 15,24). Jesus und Josef ließen sich senden, auch wenn sie wussten, dass man nicht positiv auf sie reagieren wird. Josef – gesandt, unterwegs, verworfen, verleumdet, verkauft weiterlesen

Jakobs Wende und neue Identität

Als Jakob am Ende seiner Möglichkeiten ist, schenkt Gott ihm eine neue Identität. Ab jetzt kämpft Gott für ihn.

Jakobs Lebenssituation steht im krassen Gegensatz zu den Verheißungen, die er von Gott empfangen hat. Durch List versucht er zu erhalten, was ihm von Gott versprochen wurde. Das hat die Beziehung zu seinem Bruder zerstört. Nach einem langen Exil sagt Gott zu ihm: „Kehre Jakobs Wende und neue Identität weiterlesen

Jakobs Himmelsleiter

Jakob kämpft um sein Recht und hat alles verloren. An seinen Tiefpunkten begegnet ihm Gott. Das erste Mal ist es in einem Traum. Er sieht eine Himmelsleiter und Gott verspricht ihm, dass er für sein Recht sorgen wird.

Es ist nicht ganz einfach, das Leben von Jakob. Sicher hat er durch seine Mutter erfahren, welche Verheißungen auf seinem Leben liegen. Gott hatte während Jakobs Himmelsleiter weiterlesen

Abrahams eigenartiger Opfergang

Eine sonderbare Geschichte findet man in 1. Mose 22 und im Koran Sure 37,99-113. Abraham zieht mit seinem Sohn zum Berg Morija, um seinen Sohn dort auf Gottes Aufforderung hin zu opfern. In letzter Sekunde unterbricht Gott das Geschehen und stellt Abraham ein Opfertier zur Verfügung.

Wenn man sich mit dieser Geschichte beschäftigt, tauchen immer wieder Fragen auf. Wie kann Gott so etwas anordnen, da er doch selbst gesagt hat: „Wer einen Menschen tötet, darf selbst nicht am Leben bleiben“? (1.Mose 9,6).

In der jüdischen Tradition ist dieses Ereignis so erschütternd, dass Sarah, als sie davon hört, vor Schreck stirbt. Ihr ganzes Leben haben Abraham und sie Abrahams eigenartiger Opfergang weiterlesen

Der geheimnisvolle Gast von Abraham

Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein? (1.Mose 18,14)

Dem Abraham erschien Gott mehrmals (1.Mose 12,7 / 15,1 / 17,1 / 18,1). Abraham hörte Gott nicht nur, sondern er sah auch etwas. In 1.Mose 18 wird uns am meisten dazu geschildert: Zu Abraham kamen drei Männer. Zwei davon gingen später nach Sodom. Sie werden in 1.Mose 19,1 als zwei Engel identifiziert. Vor dem dritten Mann blieb Abraham stehen. Dieser Mann wird mit dem Gottesnahmen (JHWH) bezeichnet (1.Mose 18,22).

Ist es möglich, dass Gott in Gestalt eines Menschen erscheint? Kein Mensch kann Gott werden, doch kann Gott Mensch werden?

„Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?“ (1.Mose 18,14).

Gott erscheint in der jüdischen Bibel Der geheimnisvolle Gast von Abraham weiterlesen

Melchisedek – König der Gerechtigkeit

In der Torah taucht eine geheimnisvolle Person auf und verschwindet wieder. Wir wissen weder Herkunft noch weitere Hintergründe. Nur folgendes ist uns bekannt:

Als Abraham aus dem Krieg zurückkommt und vor dem König von Sodom steht, ist auf einmal Melchisedek von Salem da. Sein Name bedeutet: Mein König der Gerechtigkeit aus Frieden.

Er empfängt Abraham mit Brot und Wein. Ein sonderbares Mahl für einen König. Brot und Wein wurde viel später auch von Jesus verwendet. Jesus nahm es, um damit aufzuzeigen, dass sein Leib (Brot) für uns Menschen zerschlagen wurde und sein Blut (Wein) uns mit Gott versöhnt (Matthäus 26,26-28).

Weiter segnet Melchisedek Abraham und lobt Gott für sein Handeln. Abraham gibt Melchisedek den zehnten Teil der Beute (1.Mose 14,18-20). Und schwupps hört und sieht man nichts mehr von diesem Priesterkönig und Abraham spricht wieder mit dem König von Sodom.

Um sich alles noch besser vorstellen zu können, Melchisedek – König der Gerechtigkeit weiterlesen

Noah – Sein Vertrauen in Gott hat ihn gerettet

Nachdem Noah ein ultimatives Zooschiff gebaut hat, schließt Gott selbst die Tür (1.Mose 7,16). Im Neuen Testament sagt Jesus: Ich bin die Tür (Johannes 10,9). Die Rettungsaktion von Jesus zeigt Parallelen zum Bericht von Noah.

Jesus sagt: „Wie in den Tagen von Noah wird es sein, wenn ich kommen werde. Sie aßen, tranken und heirateten, bis die Flut kam und alle wegraffte“ (Matthäus 24,37-39). Die entscheidende Frage ist: Wer ist bis dahin auf seiner Seite?

Als Gott sah, dass seine Geschöpfe ihre Möglichkeiten nicht gebrauchten, sondern missbrauchten, dachte er darüber nach, was er noch retten könnte. Zuerst Noah – Sein Vertrauen in Gott hat ihn gerettet weiterlesen

Abel – Der getötete Gottesknecht

Kain schlug Abel tot. (1. Mose 4,8)       PDF

Viele Geschichten in der jüdischen Bibel sind ein stiller Hinweis auf den Messias und seinen Tod.

Das erste Menschenpaar rebellierte gegen Gott und wurde aus dem Paradies ausgewiesen. Als Folge mussten sie sich alles im Schweiße ihres Angesichts selbst erarbeiten. Sie hatten eine große Kinderschar (1.Mose 5,4), doch nur von Kain und Abel wird uns mehr berichtet.

Kain und Abel waren Gegensätze. Abel war ein stiller Diener Gottes. Wir hören kein Wort aus seinem Mund. Nur von einer stillen Opferhandlung wird uns erzählt. Jesus bezeichnete ihn als einen Propheten (Lukas 11,50). Kain war ein ehrgeiziger und wortgewandter Mensch. Er ging über Leichen, und als er merkte, Abel – Der getötete Gottesknecht weiterlesen

Jesus in der jüdischen Bibel

Das Kleid der Gerechtigkeit

Gott möchte uns durch das „Alte Testament“ (den jüdischen Tanach) das Geschehen am Kreuz begreiflich machen.

Gott, der Herr, machte für die beiden Kleider aus Fell. (1.Mose 3,21)

Was muss es für Adam und Eva für ein Schock gewesen sein, als Gott ein Tier tötete und damit ein Schöpfungswerk von sich zerstörte, um daraus für sie Kleider zu machen.

Wie kam es dazu? Gott sah alles, was er gemacht hatte und siehe, es war sehr gut (1.Mose 1,31). Alles hatte seine Ordnung, doch der Mensch rebellierte. Er wollte mehr haben und sein. Da plötzlich erlischt aller Glanz. Er sieht sich in einem anderen Licht. Er vergleicht. Vor Gott steht der Mensch mit leeren Händen da. Er erschrickt vor sich selber. Die Bibel sagt: „Er merkte, dass er nackt ist“ (1.Mose 3,7). Sofort versucht er sich zu bedecken und versteckt sich. Doch Gott sucht ihn: „Adam wo bist du?“ (1.Mose 3,9)

Was für Gedanken gingen wohl Adam durch den Kopf, als er sah, wie ein Tier nur wegen ihm sterben musste. Unbegreiflich! Doch es musste sein, denn nur Jesus in der jüdischen Bibel weiterlesen

Das Wissen um die letzte Gerechtigkeit schenkt Zuversicht in der Erniedrigung

Als Paulus vor dem römischen Statthalter Felix in Cäsarea angeklagt wird (Apostelgeschichte 24,1-23), wird ihm etwas angehängt, was die Kläger selbst verursacht haben. Paulus hat in den sieben Tagen in Jerusalem weder einen Aufstand noch irgendwelche Disputationen angezettelt. Der eigentliche Grund, warum man Anstoß an Paulus nahm, lag darin, dass Paulus Nichtjuden den Glauben an den jüdischen Gott ohne religiöse Rituale wie die Beschneidung zugänglich machte. Schon beim Apostelkonzil hatte Paulus den Glauben an Gott als eine Herzenssache verstanden und erklärt (Apostelgeschichte 15,8-9).

Die Kläger selbst erscheinen nicht vor dem Gericht. Die Gefahr, dass sie selbst angeklagt werden, scheint zu hoch. Es ist immer wieder spannend, dass Leute andere verurteilen oder ihnen das Leben schwer machen, nur weil sie von anderen etwas gehört haben. Der Statthalter Felix dagegen Das Wissen um die letzte Gerechtigkeit schenkt Zuversicht in der Erniedrigung weiterlesen

Göttliche Kraft im Namen Jesus

Im Namen Jesus wirkt dieselbe Kraft, in der Jesus unterwegs war. Die Heilung des Schwerstbehinderten an der schönen Pforte in Jerusalem (Apostelgeschichte 3,1-26) ist ein öffentliches Zeichen dafür, dass das „göttliche Wirken durch Jesus“ mit dem Tod von Jesus am Kreuz nicht zu Ende war, sondern sich durch die Glaubenden fortsetzt.

Als Petrus die Hand des seit Geburt Gelähmten ergreift, hat dieser auf einmal Muskeln in seinen Beinen, springt herum und lobt Gott. Jesus hatte vor noch nicht langer Zeit – auch in Jerusalem – einen Blindgeboren geheilt (Johannes 9). In beiden Fällen wird die göttliche Schöpfungskraft wirksam.

Petrus erklärt in seiner zweiten öffentlichen Predigt, dass diese Kraft nicht aus ihnen selbst, sondern durch den Glauben an den Namen des auferstandenen Jesus kommt. Auch heute sind Gebete im Namen Jesu von besonderer Kraft. Dabei geht nicht darum, einfach den Namen Jesu auszusprechen, sondern seinen Willen zu erbitten. Jesus will Menschen heil machen, indem er sie zum Lob Gottes befreit.

Dem Geheilten ist sofort klar, dass nicht Petrus der Urheber dieses Wunders ist, sondern Gott. Wir denken manchmal, es seien Orte oder Personen, die Heilung bewirken. Doch Petrus erklärt, dass es das Vertrauen in Jesus ist. Wie bringt der Gelähmte sein Vertrauen zum Ausdruck? Petrus streckt ihm die Hand entgegen und er ergreift sie. Jesus streckt uns auch heute seine Hand entgegen. Er möchte uns an der Hand nehmen und uns aus unserer Not herausführen. Nicht immer geschieht das durch Spontanheilungen, sondern manchmal auch durch einen langen Lernprozess, in dem wir innerlich heil werden und uns manchmal auch mit unserem Schicksal versöhnen können. Paulus schreibt, dass er lernen musste, dass Gottes Gnade genügt, denn sie ist in der Schwachheit besonders wirksam (2.Korinther 12,9).

Spannend ist auch, dass die Heilung des Gelähmten bei den Zuschauern keinen Glauben bewirkt. Die Leute wundern sich nur und staunen (Apostelgeschichte 3,10). Durch die erste Predigt von Petrus kamen 3000 Menschen zum Glauben. Hier, nach der Heilung, stimmt nur einer das Lob Gottes an.

Petrus offenbart: Ihr habt den Heiligen und Gerechten (Jesus) verleugnet. Verleugnen bedeutet, etwas gegen besseres Wissen nicht wahrhaben wollen. Weiter ergänzt er: Wenn ihr in Unwissenheit gehandelt habt, dann kehrt um und tut Buße. Buße tun heißt, die Zielverfehlung (Sünde) zu erkennen, zu bekennen, zu bereuen (nicht mehr sündigen zu wollen), um Vergebung zu bitten und sich neu auf Gott auszurichten (zu glauben und zu vertrauen).

Petrus zeigt, dass eine Zeit des Aufatmens begonnen hat, in der Gott uns durch seinen Geist (Atem) aufrichtet, bis später die Zeit der Wiederherstellung kommen wird (Apostelgeschichte 3,20-21). Das wird geschehen, wenn Jesus wiederkommt. Bis dahin richtet Gott uns durch seine Kraft auf. Sie ist oft in unserer Schwachheit besonders wirksam und sichtbar – nämlich dann, wenn Menschen trotz Schwierigkeiten am Lob Gottes festhalten und erleben, wie sie Gottes Kraft aufrichtet und sie gesegnet werden  (Apostelgeschichte 3,26).

 

 

Jesus stillt den Durst nach Leben

Die innersten Bedürfnisse der samaritanischen Frau am Jakobsbrunnen (Johannes 4,1-26) sind nicht gestillt, obwohl sie sich in Fragen der Religion auskennt und um den Messias weiß. Jesus zeigt ihr auf, dass es entscheidend ist, wie sie auf den verheißenen jüdischen Messias reagiert (Johannes 4,22).

Der Grund, weshalb Jesus durch Samaria reisen muss, bleibt offen. Zeigt es an, dass man diese Gegend meidet oder ist es, damit Jesus dieser Frau am Brunnen begegnen kann? Klar ist, dass er einem offenen Konflikt mit den Pharisäern in Judäa ausweichen will.

Zwischen der Frau und Jesus gibt es drei Hindernisse: Sie stammt aus einer anderen religiösen Richtung, als Mann spricht man in dieser Kultur eine fremde Frauen nicht an und sie wurde missbraucht.

Die Samaritaner werden von den Juden abgelehnt, weil sie Jesus stillt den Durst nach Leben weiterlesen

Es braucht einen geistlichen Anfang

Es genügt, als Jude geboren zu sein, um an Gottes Reich Anteil zu haben. Diesen jüdischen Standpunkt vertritt Nikodemus in der Begegnung mit Jesus (Johannes 3,1-21). Jesus hat eine andere Ansicht. Es ist die persönliche Ausrichtung und Liebe zu Gottes Sohn, mit welcher das ewige Leben beginnt.

Zuerst scheint es verheißungsvoll, dass ein Vertreter der jüdischen Elite Jesus aufsucht, ihn als Lehrer anspricht und seine Wunder anerkennt. Jesus spricht Nikodemus auf den zentralen Punkt ihrer unterschiedlichen Auffassungen an: Es braucht eine Geburt von oben (Johannes 3,3). Nikodemus kann das nicht einordnen.

Neu geboren wird man im Judentum, wenn man Es braucht einen geistlichen Anfang weiterlesen

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